Archiv der Kategorie 2 – Aus der Presse

An vielen Harburger Straßen herrscht dicke Luft

Harburg
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Harburg.  Hamburg gehört zu den Regionen Deutschlands, die bei der EU-Kommission wegen chronisch erhöhten Luftschadstoffwerten vor allem beim Stickoxid (NO2) negativ aufgefallen sind und bislang nur unzureichende Gegenmaßnahmen ergriffen haben. Dies treffe auch für Harburg zu, kritisiert die Fraktion Neue Liberale der Bezirksversammlung. Sie fragt die Hamburger Umweltbehörde nach aktuellen Daten zur Belastungssituation an stark befahrenen Straßen des Bezirks.

Stickoxide und auch Feinstaub werden zu einem Großteil vom Straßenverkehr verursacht. Im Bezirk Harburg gibt es keine amtlich Luftmessstation an stark befahrenen Straßen. Die einzig existierende Station in Neugraben-Fischbek liegt im Grünen und dient der Erfassung der Hintergrund-Belastung, also der Schadstoffsituation an einem möglichst unbelasteten Standort. Entsprechend sind die dort erhobenen Werte im doppelten Sinne alle im grünen Bereich.

Ein Gutachten aus dem Jahr 2010, so argumentieren die Neuen Liberalen, habe aber gezeigt, dass der EU-Grenzwert für die NO2-Belastung mancherorts überschritten wurde: Am Alten Postweg, der Buxtehuder und Stader Straße, am Krummholzberg und an der Schwarzenbergstraße. An anderen Straßen sei der Grenzwert nur knapp eingehalten worden. Den Rest des Eintrags lesen. »

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Pläne für riesige A1-Raststätte liegen vor

Harburg  25.02.17
SEEVETAL
Von Sven Husung und Rolf Zamponi
 
So soll die neue Raststätte in der Gemeinde Seevetal im Süden Hamburgs aussehen

Foto: Grafik: Hasse

So soll die neue Raststätte in der Gemeinde Seevetal im Süden Hamburgs aussehen

Planungen sind eindeutig: Für den Standort bei Meckelfeld gibt es keine Alternative. Andere Flächen werden nur formal geprüft.

 

Seevetal.  Es ist ein Poker zwischen zwei Bundesländern. Doch im Streit um den Standort für die neue Raststätte an der Autobahn 1 haben Hamburg und Niedersachsen ihre Karten noch immer nicht auf den Tisch gelegt. Während die Hansestadt sich in Sicherheit wähnt und fest davon ausgeht, dass die Rastanlage als Ersatz für Stillhorn in Seevetal gebaut wird, wehrt sich Niedersachsen vehement gegen den Standort auf seiner Seite.

Der Auftraggeber Bund versichert, es werde noch auf beiden Seiten der Landesgrenzen nach alternativen Standorten gesucht – obwohl die zuständige Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Verden im Detail nur für die Elbmarsch plant. Vorläufiges Fazit: Die Rastanlage Elbmarsch kommt. Die Frage ist: Wann?

Offen ist nur die Frage, wann gebaut wird

Hatte sich der niedersächsische Verkehrsminister Olaf Lies (SPD) schon im Sommer bei einem Besuch in Meckelfeld unzufrieden mit dem Standort gezeigt, legte er jetzt nach. Im Abendblatt-Interview sprach er sich deutlich gegen das Projekt aus: „Unsere klare Botschaft lautet: Die Raststätte muss in Hamburg gebaut werden. Wir Niedersachsen sind nicht Hamburgs Dienstleister.“

Doch stoppen kann Lies das Projekt nicht: „Das Planfeststellungsverfahren läuft einstweilen weiter“, räumt Ministeriumssprecher Stefan Wittke ein. Man wolle aber „den politischen Druck hochhalten“. Den Auftrag für das Verfahren kann aber nur das Bundesverkehrsministerium zurückziehen, das die Planung an die Landesbehörde vergeben hat.

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Staatssekretär hatte Gegnern des Riesen-Projektes in Meckelfeld Hoffnung gemacht. Offenbar vergeblich

SEEVETAL

Rückschlag für Gegner der Rastanlage

Von Sven Husung

Ein Schreiben von Bundesverkehrsminister Dobrindt, das nun Niedersachsens Verkehrsminister Olaf Lies erreicht hat, spricht allerdings eine andere Sprache: Es bleibe bei der bestehenden Planung und müsse sich um ein Missverständnis handeln, berichtet die zuständige Landtagsabgeordnete Petra Tiemann (SPD). Sie begleitet den Widerstand der Bürgerinitiative und erfuhr in einem Telefonat mit Verkehrsminister Lies von der Reaktion aus dem Bundesministerium. „Die Antwort von Herrn Dobrindt hat mich sehr geärgert. Auch Herrn Lies war ziemlich sauer. Herr Ferlemann darf solche Aussagen als Fachminister nicht einfach machen und dann nicht einhalten. Es war nichts als heiße Luft. Man kann den Leuten nicht einfach sagen ‚Ich richte das für euch‘ und dann geschieht nichts“, sagt Tiemann. In einem von dem SPD-Kreistagsvorsitzenden Tobias Handtke organisierten Gespräch mit der Bürgerinitiative hielt Petra Tiemann gestern ihr Versprechen ein, die Bürger über die Sachlage auf dem Laufenden zu halten. Anwesend waren verschiedene Lokalpolitiker, die SPD-Bundestagsabgeordnete für den Landkreis Harburg, Svenja Stadler, und die Vertreter die Bürgerinitiative.  Den Rest des Eintrags lesen. »

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Bürgerdialog ?

Scholz schenkt Hamburg eine Autobahn – keiner will sie 

 

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Pseudo Beteiligung

Pseudo-Beteiligung bei Hafenquerspange

Modell mit Kirchdorf

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Veranstaltung in Moorburg am 18.01.2017

Zusammenfassung von Zukunft Elbinsel:

hier klicken:„Moorburger kapern Info-Abend zur A26-Ost“

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Smog in China

Gewaltige Smog-Glocke

„Airpocalypse“ in China sprengt Messwerte

20.12.2016, 10:03 Uhr | dpa

Seit Tagen müssen Millionen Chinesen unter einer gewaltigen Smog-Glocke leben. Eine schnelle Besserung der Lage ist nicht in Sicht.

Trotz Fahrverboten und Fabrikschließungen hat sich der gefährliche Smog im Norden Chinas weiter ausgebreitet. 460 Millionen Menschen in sechs Provinzen waren am Dienstag „stark verschmutzter“ oder „gefährlicher“ Luft ausgeliefert, teilte die Umweltorganisation Greenpeace mit. Demnach sei die Smog-Glocke, die sich seit vergangenem Freitag über Peking und vielen anderen Städten ausbreitet, die bisher schlimmste in diesem Jahr.

Warnstufe „Rot“

Der ausgerufene Smog-Alarm der höchsten Warnstufe „Rot“ verdeutliche zwar, dass die Regierung die Verschmutzung ernst nehme. Die erneute „Airpocalypse“ zeige aber auch, dass China den Verbrauch von Kohle schneller zurückfahren und den Umbau der Wirtschaft entschlossener vorantreiben müsse, sagte Greenpeace-Klimaexperte Dong Liansai.

Bau-Boom und dreckige Kohle

Derzeit passiere das Gegenteil: Peking hat der Luftverschmutzung in den Großstädten zwar den Kampf angesagt. Auch soll die Wirtschaft des Landes von ihrer dreckigen Schwerindustrie befreit und dafür auf mehr Technologie und Innovation gesetzt werden. Fortschritte, die bis Mitte diesen Jahres erzielt wurden, seien jedoch wieder zum Erliegen gekommen, so Greenpeace. Staatliche Stimulus-Programme für die Wirtschaft hätten einen Bau-Boom ausgelöst, weshalb die Stahl- und Kohlenproduktion nun wieder auf Hochtouren laufe.

Dreckige Kohle, mit denen in den Wintermonaten im Norden Chinas geheizt wird, trägt zusätzlich zur schlechten Luftqualität bei.

Das Achtzehnfache des Grenzwertes der WHO

Wegen der extremen Luftverschmutzung hatten Peking und über 20 andere Städte in der Region am Freitag die höchste Smog Alarmstufe ausgerufen, die Fahrverbote, Fabrik- und Schulschließungen zur Folge hatte. Laut Pekings Umweltbehörde haben die Maßnahmen dazu beigetragen, dass die Luftqualität nicht noch schlechter ist. Dennoch ergaben Messungen für gefährlichen Feinstaub (PM2,5) in Peking am Dienstag Werte von über 450 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft – das Achtzehnfache des Grenzwertes der Weltgesundheitsorganisation (WHO). 

In einigen Städten erreichte die Konzentration von Feinstaub, der über die Lunge ins Blut gelangen und Krebs verursachen kann, solche Ausmaße, dass sie auf Chinas offizieller Skala für Luftqualität nicht mehr erfasst werden konnte. Laut Vorhersagen dürfte sich die Luftqualität in Peking ab Mittwochabend durch kalten Nordwind kurzzeitig bessern. Schon bald darauf sollen aber weitere Smog-Wellen folgen.

http://www.t-online.de/wetter/wetter-aktuell/smog-in-china-airpocalypse-sprengt-messwerte/79873580

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In Moorburg formiert sich Widerstand

http://www.abendblatt.de/hamburg/harburg/article208380569/In-Moorburg-formiert-sich-Widerstand.html

Neue Bürgerinitiative ist in Gründung. Unterstützung haben sie von den Autobahngegnern aus Wilhelmsburg.

Moorburg.  Mittlerweile nimmt der Widerstand gegen die geplante Autobahn A26-Ost auch im Bezirk Harburg erste organisatorische Formen an. In dem Dorf Moorburg hat sich eine Bürgerinitiative mit dem Namen „Stopp A26-Ost“ gebildet. Die Initiative in Gründung wolle sich bis zur Bürgerversammlung am 30. November in Moorburg in der Öffentlichkeit bekannt machen, sagte Mitbegründerin Lisa-Mia Schaich am Wochenende bei einer Protestaktion der Autobahngegner an der Straße Moorburger Schanze.

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Bisher sind es die in Genehmigungsverfahren erfahrenen Bürgerinitiativen aus Wilhelmsburg, die den Bau der inzwischen auch als „Hafenpassage Hamburg“ titulierten A26-Ost, früher bekannt als Hafenquerspange, infrage stellen. Der Verein Zukunft Elbinsel Wilhelmsburg und die Initiative Engagierte Wilhelmsburger haben am Sonnabend mit einer ihrer „5 vor 12“-Protestaktionen über die ihrer Meinung nach möglichen Auswirkungen des Autobahnbaus auf das Dorf Moorburg informiert.

Jochen Klein erinnert an den inzwischen Stadtteil Neuhof, über den die Köhlbrandbrücke errichtet worden war – mit der Folge, dass dort kein Mensch mehr lebe. Nach Meinung der Autobahngegner bedrohe die A26-Ost die Identität des Dorfes Moorburg mit seinen etwa 800 Einwohnern. Ein Zeichen dafür sei, dass die Autobahnanschlussstelle den Namen „Hafen Süd“ tragen solle. „Moorburg würde damit als Ort praktisch ausgelöscht“, sagt Michael Rothschuh.

Die knapp zehn Kilometer lange Trasse der A26-Ost verbindet die Autobahn 7 mit der Autobahn 1 und erstreckt sich von Moorburg über Bostelbek, Kirchdorf bis Kirchdorf-Süd. Etwa sieben Kilometer der Strecke bestehen nicht aus Standard-Fahrbahnen, sondern aus sogenannten Ingenieurbauwerken, also Brücken und Stützwänden.

Bei Moorburg würde die Autobahn in bis zu mehr als 50 Meter Höhe verlaufen. „Autofahrer fahren in Höhe der Abluft des Kohlekraftwerkes und damit im Nieselregen oder bei Glatteis“, weist Kai Holm auf ein seiner Meinung nach „verrücktes Detail“ der Planung hin.

Die Autobahngegner halten die geplante „Hafenpassage Hamburg“ für sinnlos. Sie warnen, der Hafenwirtschaft werde von diesem Bauwerk kaum profitieren. Sinnvoller sei es, stattdessen die Planungen für einen Ersatzneubau der Köhlbrandbrücke oder eines Tunnels auf der Hafenhauptroute sofort zu beginnen. Manuel Humburg von Zukunft Elbinsel zeigt sich enttäuscht, dass Abgeordnete der Hamburger Bürgerschaft nicht einmal Stellung zu den vorgeschlagenen Alternativen nehmen.

Hamburgs Staatsrat für Verkehr, Andreas Rieckhof, und Mitarbeiter der Projektentwicklerin DEGES informieren am Mittwoch, 12. Oktober, 19 Uhr, im Kulturzentrum Rieckhof in Harburg, über den Stand der Planungen zum Bau der A26-Ost.

(tsu)

 

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Harburg statt Mitte

HA

http://www.abendblatt.de/hamburg/kommunales/article208340337/Drei-Millionen-Euro-landen-in-falschem-Hamburger-Bezirk.html

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Seit 2011 hätten jährlich 500.000 Euro für den Straßenbau in Wilhelmsburg an Mitte fließen sollen.
Doch das Geld landete woanders.

Hamburg. So ein Fehler wird in der Finanzbehörde auch nicht alle Tage gemacht: 500.000 Euro, die eigentlich der Bezirk Mitte pro Jahr für den Straßenbau im Stadtteil Wilhelmsburg erhalten sollte, sind sechs Jahre lang irrtümlich an den Bezirk Harburg überwiesen worden – insgesamt also drei Millionen Euro. Das hat der Senat auf eine Schriftliche Kleine Anfrage der Linkspartei in der Bürgerschaft eingeräumt. Demnach habe man „einvernehmlich“ mit den beiden betroffenen Bezirken geklärt, dass der Fehler auch nicht nachträglich korrigiert werden soll. Von 2017 an soll die Summe aber wieder nach Mitte fließen.

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„Dass der Senat sechs Jahre lang nicht merkt, wohin er Millionenbeträge überweist, ist schon ein Hammer“, sagte Mehmet Yildiz (Linke), Bürgerschaftsabgeordneter aus dem Wahlkreis Billstedt-Wilhelmsburg-Finkenwerder. „Aber dass er dann nicht mal in der Lage ist, seinen Fehler wieder gut zu machen und sich nicht darum kümmert, dass das Geld in den richtigen Bezirk kommt – da kann man schon von einem Skandal sprechen.“

Senat erklärt Fauxpas mit Bezirkswechsel

Der Senat erklärt den Fauxpas so: Nachdem der Stadtteil Wilhelmsburg 2008 aus dem Bezirk Harburg herausgelöst und Mitte zugeschlagen worden war, habe man von 2009 an die Mittel für „Neu-, Um- und Ausbau sowie Grundinstandsetzung von Straßen“ für Harburg um 500.000 abgesenkt und für Mitte entsprechend erhöht.

Die Summe entspreche etwa fünf Prozent der gesamten „investiven Rahmenzuweisungen“ für den jeweiligen Bezirk – also des Geldes, das der Senat den Bezirken zweckgebunden für Straßenbau-Investition überweist. „Irrtümlich“ sei diese Mittelverschiebung jedoch ab dem Jahr 2011 nicht fortgeschrieben worden, so der Senat. Mit dem Haushalt 2017/18 werde der Fehler korrigiert.

Linke wundert sich über Nachlässigkeit

Politiker der Linkspartei wundern sich vor allem, dass die durchaus erhebliche Lücke im Etat jahrelang niemandem auffiel – zumal der Bezirk die Mitte gut hätte gebrauchen können. In Wilhelmsburg seien die Straßen teils in katastrophalem Zustand, so Manfred Schubert, Stadtteilpolitiker der Linken in auf der Elbinsel.

Er erinnert sich, dass im Sanierungsbeirat ein Kreisverkehr für die Kreuzung Neuenfelder Straße, Algermissenstraße und Krieterstraße beantragt wurde, um unter anderem die illegalen Rennen auf der Neuenfelder Straße zu stoppen: „Dieser Antrag wurde aus Kostengründen abgelehnt. Kein Wunder, wenn das Geld falsch verteilt wird.“

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Widerstand gegen Autobahn (A 26 ost)

taz

http://taz.de/Archiv-Suche

Nabu warnt vor Klagewelle in Hamburg

Widerstand gegen Autobahn

Naturschutzbund Nabu und Anwohner kritisieren geplante Hafenquerspange im Süden Wilhelmsburgs. Dabei gebe es eine Alternative, bei der der Bund mitzöge

Ein Baustellenschild steht am 09.04.2016 in Hamburg vor der Köhlbrandbrücke. Die Brücke verbindet die Elbinsel Wilhelmsburg mit der Autobahn 7 und ist seit Samstag für Fahrzeuge in beide Richtungen nur noch einspurig befahrbar. Grund sind weitere Instandsetzungsarbeiten. Die Bauarbeiten dauern bis Ende November 2016 an. Foto: Lukas Schulze/dpa (zu dpa "Köhlbrandbrücke nur noch einspurig befahrbar" vom 09.04.2016) +++(c) dpa - Bildfunk+++ | Verwendung weltweit

Die Köhlbrandbrücke in Hamburg verbindet Wilhelmsburg mit der A7. Hier mit Baustellenschild.
Foto: dpa

HAMBURG taz | Eine Autobahn quer durch Wilhelmsburg – der Naturschutzbund Nabu und der Verein Zukunft Elbinsel halten das für eine fatale Fehlplanung. Die Ost-West-Autobahn wäre eine „ökologische Katastrophe“ und verkehrlich wie ökonomisch unsinnig, sagen sie. „Hamburg stünde eine neue Protest- und Klagewelle bevor, ehe nur ein Kilometer Straße gebaut würde“, prophezeit der Nabu.

Die Autobahn würde zusätzlichen Verkehr erzeugen und den Ausbau der U-Bahn in Frage stellen, warnen die Kritiker. Zudem beschnitte sie die städtebaulichen Entwicklungsmöglichkeiten Wilhelmsburgs, kritisiert der Verein Zukunft Elbinsel. Dabei gebe es eine Alternative, an der sich der Bund nach Signalen aus Berlin ebenfalls beteiligen würde.

Das Thema einer Verbindung der Autobahnen 7 und 1 quer durch den Hafen wird unter dem „Stichwort“ Hafenquerspange“ seit Jahrzehnten diskutiert. Die aktuelle Südvariante stellte der schwarz-grüne Senat 2009 vor: im Bogen um Moorburg herum und südlich, teils in einem Trog an Wilhelmsburg vorbei. Das galt als Fortschritt gegenüber dem Plan, nördlich von Wilhelmsburg eine riesige Autobahnbrücke über den Spreehafen zu spannen.

Die Südvariante hat das schwarz-rote Bundeskabinett im August mit knapp 900 Millionen Euro im vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans für 2030 veranschlagt. Stimmt der Bundestag zu, ist der Weg frei. Doch der Nabu und der Verein Elbinsel plädieren dafür, dieses Fass noch einmal auf zu machen und das Geld für eine verbesserte Nord-Variante zu verwenden, die keine Autobahn wäre: eine neue Köhlbrand-Querung, die wegen des Alters der Köhlbrandbrücke ohnehin fällig ist, einen Ausbau des Veddeler Damms und einen Tunnel unter der Veddel.

„Im südlichen Verlauf gibt es verschiedene Naturräume, die stark betroffen sind“, sagt der Nabu-Vorsitzende Alexander Porschke. Dabei sei die ins Auge gefasste Variante mit Abstand die schädlichste. Sie würde Lebensräume mit 53 Pflanzen- und zwölf Brutvogelarten der Roten Liste zerstören. An den Kragen gehen könnte es dem Wachtelkönig ebenso wie der Bekassine und dem Moorfrosch.

Porschke befürchtet, dass eine Autobahn im Süden auch haushalterisch blödsinnig wäre für die Stadt. „Das läuft darauf hinaus, dass die Köhlbrand-Querung auf Hamburger Kosten gehen wird“, sagt er, denn auf deren Erneuerung werde die Hafenwirtschaft bestehen und zweimal werde der Bund nicht bezahlen.

Die Frage dabei wäre, ob er für die Nordvariante überhaupt zahlen würde, denn sie wäre weder Autobahn noch Bundesstraße. Manuel Humburg vom Verein Zukunft Elbinsel verweist dazu auf eine Podiumsdiskussion des Umweltverbandes BUND zum Bundesverkehrswegeplan am Montag in der baden-württembergischen Landesvertretung in Berlin. Dort habe der parlamentarische Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium Enak Ferlemann (CDU) gesagt, es könne über die Beteiligung des Bundes an einer solchen Nordvariante alternativ zu einer Südspange verhandelt werden.

SCHLAGADER

Eine Querverbindung durch den Hafen wird seit Jahrzehnten diskutiert.

Besonders akut war das vor der Finanzkrise 2008, als der Güterumschlag und damit der Verkehr im Hafen stark wuchs.

Jetzt nähert sich von Stade her die im Bau befindliche neue Autobahn A26, die in den Augen mancher Planer einfach geradeaus verlängert werden könnte.

Für eine Autobahn im Süden Wilhelmsburgs geht der Bundesverkehrswegeplan von 32.000 Autos täglich aus, darunter gut 5.000 Lastwagen.

Beim PKW-Verkehr würde der allergrößte Teil erst durch die Autobahn entstehen.

Lebensräume mit 53 Pflanzen- und zwölf Brutvogelarten der Roten Liste würde die Autobahn laut dem Nabu zerstören.

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