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U4

 

Montag, 01.09.2014

Für mögliche Olympische Spiele im Hamburger Hafen soll das Schienennetz von U- und S-Bahn in Hamburg nicht verlängert werden – auch nicht die Hafencitylinie U4. Das geht aus dem Konzept für eine Olympiabewerbung hervor, das Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) heute vorgestellt hat. Demnach setzt der Senat voll auf das Fahrrad.
Die Schienennetze von U- und S-Bahn sollen für mögliche Olympische Spiele 2024 oder 2028 in Hamburg voraussichtlich nicht ausgebaut werden.

Das geht aus dem 46-seitigen Olympia-Konzept der Hansestadt hervor, das Bürgermeister Olaf Scholz und Sportsenator Michael Neumann heute präsentiert haben.

Demnach sollen die Spielstätten allein über bereits bestehende oder in Planung befindliche Schnellbahnstationen, sowie Busshuttles, mit dem Fahrrad und zu Fuß angebunden werden. Autoverkehr ist im Olympiazentrum auf dem Kleinen Grasbrook südlich der Hafencity gar nicht vorgesehen.

NaverkehrHAMBURG erklärt die wichtigsten Fakten zum Olympia-Verkehrskonzept:

Fahrrad und Fußgänger:
Der Hamburger Senat setzt bei den Olympischen Spielen im Hafen voll auf Radfahrer und Fußgänger. Das StadtRad-System soll von derzeit 1.650 Leihrädern auf bis zu 10.000 Räder erweitert werden – darunter auch Elektrofahrräder. Außerdem soll jeder Olympia-Teilnehmer ein kostenloses Rad gestellt bekommen.
Auf den zentralen Olympia-Routen in der Stadt sollen spezielle Fahrradspuren – so genannte „Olympic Bike Lanes“ – eingerichtet werden. Dafür könnten laut dem Senatskonzept „die zahlreichen Busspuren mit genutzt werden“. Für Besucher von außerhalb sollen die bestehenden Bike-and-Ride-Anlagen an den Schnellbahnstationen ausgebaut werden.
Für Fußgänger soll eine neue Brücke über den Baakenhafen zum Kleinen Grasbrook gebaut werden, die eine direkte Fuß- und Radwegverbindung von der Hafencity Universität zum Olympiazentrum möglich macht.

U-Bahn, S-Bahn, Bus:
Ein Ausbau des bestehenden U- und S-Bahnsystems ist laut dem Senatskonzept nicht geplant. Die Erreichbarkeit des Olympiazentrums auf dem Kleinen Grasbrook wird demnach durch die bereits bestehende U4-Station „Hafencity Universität“ (800 m Fußweg) und die in Planung befindlichen U- und S-Bahnhöfe an den Elbbrücken sichergestellt. Außerdem erwägt der Senat einen Busshuttle zwischen dem Umsteigebahnhof „Berliner Tor“ und dem Olympiazentrum.
Zu den Volkspark-Arenen, in dem ebenfalls olympische Wettkämpfe stattfinden sollen, ist ein Busshuttle von den S-Bahnhöfen Stellingen und Othmarschen geplant. Alle Veranstaltungsorte wären auf diese Weise zu Fuß oder mit einem leistungsfähigen Shuttle an das Schnellbahnnetz erreichbar, heißt es in dem Konzept.

Regional- und Fernverkehr:
Besucher aus Richtung Süden sollen laut Olympia-Konzept möglichst in Hamburg-Harburg in die S-Bahn umsteigen und von dort über die Station Veddel zum Olympiagelände gelangen. Fahrgäste aus Richtung Berlin können in Bergedorf in die S-Bahn umsteigen, bis Berliner Tor fahren und dort per Busshuttle zum Olympiazentrum reisen.
Für Sonderzüge könnte der direkt am Olympiagelände gelegene Hafenbahnhof mit provisorischen Bahnsteigen ausgerüstet werden.

Auto:
Das Olympiazentrum auf dem Kleinen Grasbrook soll komplett autofrei sein. Autofahrer von außerhalb sollen an den Autobahnen auf Großparkplätze geleitet und von dort mit Shuttlebussen zum Ziel gebracht werden. Außerdem sollen zusätzlich auch die vorhandenen P+R-Anlagen genutzt werden.