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Hamburger Morgenpost
Paddelboote vor dem Kohlekraftwerk Moorburg

Paddelboote vor dem Kohlekraftwerk Moorburg
Foto: Lamprecht

Paddeln gegen Kohle: Rund 40 Umwelt- Aktivisten von „Gegenstrom Hamburg“ und Robin Wood haben am Sonnabendnachmittag mit Paddelbooten auf der Elbe vor dem Kohlekraftwerk Moorburg demonstriert. Weitere 50 Menschen hatten ein Transparent an der Kattwykbrücke befestigt: „Coal Kills“.

Der Plan, mit den kleinen Booten den Anleger für die Kohle-Schiffe zu blockieren, konnte nicht umgesetzt werden: Just an diesem Nachmittag kam keine Kohlelieferung.

Die Demonstranten sind trotzdem zufrieden mit der Aktion. Erhard Buschmann von „Gegenstrom“: „Es ist schlicht Wahnsinn, im 21. Jahrhundert noch Kraftwerke mit der Dinosauriertechnologie der Kohlverstromung in Betrieb gehen zu lassen.“

Demonstranten mit Plakat im Schlauchboot
Demonstranten mit Plakat im Schlauchboot

 Foto: Lamprecht

Die Kohlegegner prangern die großen Mengen Feinstaub, Schwermetalle und Stickoxide an, die die Kraftwerk-Schornsteine in den Hamburger Himmel schicken. Pro Jahr wird das hochmoderne Kraftwerk acht bis neun Millionen Tonnen CO2 ausstoßen. Zum Vergleich: Ganz Hamburg, inklusive Autoverkehr, Privathaushalte und Industrie erzeugt 18 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr.

Erhard Buschmann: „Insbesondere für die Menschen im Hamburger Südosten bedeutet Moorburg ein erhöhtes Risiko von Kreislauf-, Lungen- und Krebserkrankungen.“
Bisher ist nur ein Block im kommerziellen Betrieb, der zweite läuft noch zur Probe.

Kohlekraftwerk wie Moorburg sollen laut „Erneuerbare Energiengesetz“ nur eine Art „Back up“ sein und Strom erzeugen, wenn nicht genug Energie aus erneuerbaren Quellen ins Netz gespeist wird. Dass die CO2-Schleuder an der Elbe wirklich nur bei Wolken und Windstille angeworfen wird, bezweifeln die Gegner allerdings. Erhard Buschmann: „Das Gesetz erlaubt Energienkonzernen, ihre Kohlekraftwerke auch dann mit voller Kraft zu betreiben, wenn es genug Wind-und Solarstrom gibt. Den Strom, den sie dann erzeugen, können sie in andere Länder exportieren.“