Wirkung auf Wilhelmsburg Flyer

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Auswirkungen der Olympiaplanung auf Wilhelmsburg
Einige Auswirkungen bereits in der Planungs- und Bauphase sind auf der Karte dargestellt.
Sie sind teilweise bereits in dem unmittelbar nach der Olympiabewerbung des Senats
erstellten Rahmenkonzept des Senats für Wilhelmsburg vom 30.9.2014 („Zukunftsbild 2013+)
vorgesehen.


Harburger Chaussee

Derzeit führt ein großer Teil des Schwerlastverkehrs von und zum Hafen über die
Haupthafenroute durch den Norden der Veddel und den Veddeler Damm (parallel zur
Hafenbahn auf dem Kleinen Grasbrook).
Diese Route wird bereits durch den Verkehr zum Abriss der jetzigen Hafenanlagen und danach
den Bau- und Olympiaverkehr so belastet, dass noch mehr Schwerlastverkehr als jetzt vor
allem auf die Harburger Chaussee und den Reiherstieg Hauptdeich ausweichen wird.
Im „Zukunftsbild 2013+“ ist bereits festgelegt, dass an der Harburger Chaussee keine
Wohnungen mit Blick auf Hamburg entstehen, sondern mehrstöckige „Gewerberiegel“ mit
zusätzlichen Straßen durch die jetzigen Wäldchen.


Hafenquerspange

Der SPD-Grünen-Senat will Hafenquerspange durch Wilhelmsburg, Kirchdorf und mit einem
Autobahndreieck direkt neben Kirchdorf-Süd mit Hilfe der Olympiabewerbung durchsetzen.
Am 20.7.2015 hat der Bundesverkehrsminister hat die Hafenquerspange auf die Liste von elf
ÖPP-Projekten gesetzt, die mit Investorenmitteln vorfinanziert werden, deren Gewinne vom
Staat garantiert werden.


Hauland

Am Hauland sollten auf den jetzigen Weideflächen bis zu 850 Wohnungen entstehen. Im
„Zukunftsbild 2013“ ist dort wegen der Hafenfirmen am Reiherstieg und der Hafenbahn
Gewerbe vorgesehen. Die Hafenfirmen sollen in Bezug auf Lärm, Schadstoffe und Gefahrgut
nicht eingeschränkt werden. Interesse hat die Holstenbrauerei, in Frage kommen aber auch
Betriebe, die wegen Olympia aus dem Kleinen Grasbrook entfernt werden sollen.


Jaffestraße

Im Bereich Jaffestraße sollten nach Verlegung der Wilhelmsburger Reichsstraße 1750-2000
Wohnungen entstehen. Die Vorbereitung für den Wohnungsbau sollte 2017 beginnen. Nach
den Olympia-Planungen sollen jetzt Gebäude für ca. 16.000 Olympia-Medienvertreter in einem
Hochsicherheitsbereich entstehen; möglicherweise würden diese nach 2024 oder 2028 zu
Wohnungen umgebaut werden. Diese müssen aber für die Investoren lukrativ sein.


Schwimmhalle Wilhelmsburg

Die Schwimmhalle soll während Olympia für Wasserball genutzt werden. Dazu ist ein
„temporärer Umbau“ erforderlich: im Süden soll die Wand heraus genommen und ein
zusätzliches Becken sowie Zuschauertribünen gebaut werden. Wie bei den meisten Olympia
Sportstätten werden diese Um- und Anbauten nach den Spielen wieder abgerissen, weil der
dauerhafte Betrieb der Stadt zu teuer ist. Während der langen Umbauzeiten vor und nach den
Spielen haben die Wilhelmsburger_innen keine Schwimmhalle.


Lokals Mitspracherecht

Verkehrsplanung, Mediendorf, Gewerbegebiete – alles geschieht von nun an unter dem
Vorrang von Olympia. Bis zum 29.11.2015 will Hamburg das „Ja“ der Hamburger, dann im
Sommer 2017das „Ja“ des IOC. Danach ist Hamburg durch Verträge mit dem IOC und den
Investoren gebunden. Der Bezirk und die Wilhelmsburger haben kein Mitspracherecht.

Michael Rothschuh, 21.7.2017