HVV

Der Hamburger Senat will die Preise für HVV-Einzel- und Tageskarten zum Jahreswechsel überdurchschnittlich stark erhöhen: Plus 3,3 Prozent. Angesichts historisch niedriger Benzinpreise und zurückgehender Fahrgastzahlzuwächse wird gerade für Gelegenheitsfahrer der Umstieg vom Auto auf Busse und Bahnen unattraktiver. Die Begründung für den Preissprung mutet kurios an.

Die vom HVV beantragte Anhebung der Fahrkartenpreise um durchschnittlich 1,9 Prozent zum Jahreswechsel ist so gut wie sicher. Der rot-grüne Senat will dem Antrag zustimmen. Das geht aus einer Senatsmitteilung an die Bürgerschaft hervor, die NahverkehrHAMBURG vorliegt und aus der erstmals alle Preisdetails hervorgehen.

Auffallend ist: Während normale Zeitkarten nur um 1,3 Prozent teurer werden, steigen die Preise für Einzel- und Tageskarten überdurchschnittlich stark um 3,3 Prozent. So werden die Einzelkarten für Nah- und Großbereich sowie die Ganztagskarte im Großbereich um 10 Cent teurer. Die 9-Uhr-Tageskarte für den Großbereich wird um 20 Cent teurer, für den Gesamtbereich sind künftig sogar 50 Cent mehr fällig. Einzige Ausnahme: Die Kurzstreckenkarte. Hier bleibt der Preis unverändert.

Angesichts der historisch niedrigen Benzinpreise und der zuletzt deutlich zurückgegangenen Fahrgastzahlzuwächse dürfte somit gerade für Gelegenheitsfahrer der Umstieg vom Auto auf den Öffentlichen Nahverkehr unattraktiver werden.

Die Begründung für den deutlichen Preissprung klingt kurios: „Der prozentual hoch erscheinende Wert liegt darin begründet, dass zur Erleichterung des Fahrkartenverkaufs aus Automaten und bei den Busfahrern die Preise auf jeweils volle 10 Cent gerundet sind (um als kleinste für die Bezahlung notwendige Münze 10-Cent-Stücke zu ermöglichen)“, heißt es in der Senatsmitteilung. Daraus ergebe sich eine kleinstmögliche Preisanhebung von 10 Cent. “ Der überproportionale Anstieg bei den Einzelkarten kann bei der nächsten Tariferhöhung ausgeglichen werden“, so der Senat.

Insgesamt erwartet der HVV durch die geplante Preisanhebung Mehreinnahmen in Höhe von 13,8 Millionen Euro netto.

Im Gegenzug kündigt der Verkehrsverbund Verbesserungen im neuen Fahrplan an, der Mitte Dezember in Kraft tritt. Demnach soll der Takt der Metrobuslinie M3 zwischen der Trabrennbahn Bahrenfeld in dem Rathaus in den Nebenzeiten von 10 auf 5 Minuten verdichtet werden, die M9 fährt zwischen Tonndorf und Wandsbek Markt künftig neunmal statt bisher sechsmal pro Stunde. Dafür wird allerdings die Zahl der M9-Fahrten zwischen Tonndorf und Großlohe reduziert.

Außerdem werden auf mehreren Stadtbuslinien einzelne Verstärkerfahrten und Fahrplananpassungen vorgenommen. Bei U-Bahn, S-Bahn, AKN und Regionalverkehr sind – abgesehen von punktuellen Anpassungen – keine Angebotsverbesserungen geplant.

Lesen Sie hier, was der HVV ab Dezember verändern will:

Taktverdichtungen Linie M3

  • im Bereich Trabrennbahn Bahrenfeld – Rathaus in der NVZ von 10 auf 5 Minuten-Takt (Mo.–Sa.)
  • Verdichtung des 30- auf 20-Min.-Takt im Osdorfer Born in Tagesrandlagen sowie an So.
  • 10-Minuten-Takt zwischen Rathaus und Tiefstack zwischen 21 und 23 Uhr

Neuordnung des Verkehrsangebotes Linie M9

  • Nachfragegerechte Reduzierung des Angebotes im Abschnitt Großlohe – Tonndorf (6 statt 8 Fahrten pro Stunde)
  • Verdichtung im Abschnitt Tonndorf – U Wandsbek Markt von 6 auf 9 Fahrten pro Std.

 Verlängerung Linie 116

von U Wandsbek Markt bis Am Hohen Hause/Rentenversicherung Nord durch die Walddörferstraße

Verstärkerfahrten auf den Linien 141/241 zwischen S Harburg Rathaus/S Harburg und Rönneburg

Verstärkerfahrten sowie Schließung einer Taktlücke auf der Linie 261 zwischen U Berliner Tor – U Horner Rennbahn – U Wandsbek Markt

Taktverdichtung auf den Linien 172/173 im Abschnitt U/S Barmbek – U Mundsburg von 6 auf 9 Fahrten pro Stunde.

Angebotsverdichtungen auf der Linie 174

  • im Abschnitt U Fuhlsbüttel – Tegelbarg Nord (Sa. Nachmittag)
  • im Abschnitt U/S Ohlsdorf – Röntgenstraße – S Poppenbüttel in der HVZ (ab 2. November 2015 zur Anbindung der Deutschland-Zentrale der Fa. Phillips mit rd. 525 ProfiCard-Nutzern)

Verstärkerfahrten auf der Linie 277 zwischen U/S Barmbek und Steilshoop

Verdichtung des Angebotes auf den Linien 183/283 zwischen Langenfelder Damm – Bf. Altona – Elbe-Einkaufszentrum sonnabends und zu den Geschäftszeiten

Umstellung der Linie 192 auf Gelenkbusbetrieb, Reduzierung der Verstärkerleistungen

Neueinrichtung einer Linie 345 Bf. Harburg – Sinstorfer Weg – Sinstorfer Kirchweg

Neuordnung der Busverkehre in den Siedlungen Nettelnburg und Neuallermöhe auf den Linien M12, 234, 235, 321, 329 und 529 zur Erschließung neuer Wohngebiete

Umstellung der Linie M21 auf Gelenkbusbetrieb und Umverteilung frei werdender Busleistungen auf die Linien 186 und 284

Verdichtung des Angebots auf der Linie 292 zwischen U Ochsenzoll – U Langenhorn Markt abends und sonnabends

Neuordnung des Spätverkehrs zur besseren Anbindung der Arenen auf der Linie M22

Verbesserte Abstimmung der Linien M26 und 118 im Abschnitt Steilshoop – U Alsterdorf am Sonntagmorgen

Linie 232

  • Anbindung bzw. Verbesserung der Anbindung des Neubaugebietes Jenfelder Au, der Siedlung Haferblöcken und der Otto-Hahn-Schule
  • Anbindung der Siedlung in der Rudolf-Kinau-Allee mit der Linie 146 mit 6 Fahrten täglich

Verbesserung des Angebots auf der Linie 162 U Wandsbek Markt – Rahlstedt am Wochenende (Sa: Umstellung auf Gelenkbusbetrieb, So: Taktverdichtung von 40 auf 20 Minuten)

Taktverdichtung auf der Linie 262 U Wandsbek Markt – Bf. Rahlstedt an Sonntagen von 40 auf 20 Minuten

Linie 263 Jenfeld-Zentrum – Stapelfeld: zusätzliche Abendfahrten

Schnellbahnen

  • Im Bereich der Schnellbahnen (U-Bahn, S-Bahn) und des Regionalverkehrs (RegionalExpress, RegionalBahn und AKN) bleibt das Angebot zum 15. Dezember 2015 bis auf punktuelle Anpassungen im Fahrplan (z.B. Verstärkung verschiedener Fahrten durch zusätzliche Fahrzeuge) stabil.