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Erster Feinstaubalarm in Stuttgart:

Die Skepsis ist groß | Baden-Württemberg | Nachrichten

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Feinstaub gibt es auch in Hamburg (Foto: Engagierte Wilhelmsburger  17.01.2016)

Tausende Pendler sollen ab Montag in Stuttgart ihr Auto stehen lassen. Es gilt erstmals Feinstaubalarm. Die Skepis, dass der Appell zum freiwilligen Verzicht aufs Auto funktioniert, ist groß.

Von Mitternacht an sind die Verkehrsteilnehmer aufgefordert, mit öffentlichen Verkehrsmitteln in die Stadt zu fahren oder Fahrgemeinschaften zu bilden. Bereits ab Sonntagabend sollten die Stuttgarter auch auf ihre sogenannten Komfort-Kamine verzichten, die nur zusätzliche Wärmequelle sind. Stuttgarts Oberbürgermeister Fritz Kuhn (Grüne) hatte am Samstag an die Bürger appelliert, ihr Auto an den Alarmtagen möglichst stehen zu lassen. Fahrverbote gibt es aber nicht.

„Reine Scheinveranstaltung“

Genau das ruft die Skeptiker auf den Plan. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) etwa hält wenig von einer Freiwilligkeit. Sie forderte Fahrverbote, ebenso der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND). Die Bürgerinitiative „Neckartor“ geht noch weiter. Für sie ist der Feinstaubalarm „eine reine Scheinveranstaltung“. So lange das Ganze ohne Konsequenzen für die Autofahrer bleibe, sei es im Grunde ein „absurdes Schauspiel“, so Peter Erben von der Initiative. Die Anlieger der Kreuzung nahe dem Stuttgarter Stadtzentrum haben seit Jahren mit den bundesweit höchsten Feinstaub- und Stickoxidwerten zu kämpfen.

Per Klage Fahrverbot erreichen

Die DUH hat zudem eine Klage gegen Stuttgart aber auch andere Städte angestrengt, um diese zu konkreten Schritten gegen die Luftverschmutzung zu zwingen. Sie wirft der Stadt auch vor, sie berücksichtige hier die Interessen der Autohersteller Porsche und Daimler.

Zulässiger Wert wird regelmäßig überschritten

Zum ersten Mal hat die Landeshauptstadt den Feinstaubalarm ausgelöst. Stuttgart setzt als erste deutsche Großstadt auf diesen Weg, um gegen die hohe Schadstoffbelastung vorzugehen. Denn nirgends sonst gilt die Luft als so stark belastet. Seit Jahren ringen Stadt und Land um Lösungen zur Verringerung der Luftverschmutzung. Auch die EU macht Druck. Denn der zulässige EU-Grenzwert von 50 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter Luft wird in Stuttgart regelmäßig überschritten. Vor allem die Kessellage sorgt dafür, dass bei einer bestimmten Wetterlage der Luftaustausch problematisch ist.

Dauer von zunächst 24 Stunden

Der Feinstaubalarm gilt zunächst für 24 Stunden. Auf Hinweistafeln an Straßen, auf Brückenbannern und über Verkehrsmeldungen im Radio wird die Bevölkerung über den Feinstaubalarm informiert. Der Feinstaubalarm soll mindestens an zwei aufeinanderfolgenden Tagen gelten. Sollte sich die Wetterlage nicht verändern, wird er bei Bedarf um weitere 24 Stunden verlängert.

Stand: 17.1.2016, 16.21 Uhr