SEEVETAL

Rückschlag für Gegner der Rastanlage

Von Sven Husung

Ein Schreiben von Bundesverkehrsminister Dobrindt, das nun Niedersachsens Verkehrsminister Olaf Lies erreicht hat, spricht allerdings eine andere Sprache: Es bleibe bei der bestehenden Planung und müsse sich um ein Missverständnis handeln, berichtet die zuständige Landtagsabgeordnete Petra Tiemann (SPD). Sie begleitet den Widerstand der Bürgerinitiative und erfuhr in einem Telefonat mit Verkehrsminister Lies von der Reaktion aus dem Bundesministerium. „Die Antwort von Herrn Dobrindt hat mich sehr geärgert. Auch Herrn Lies war ziemlich sauer. Herr Ferlemann darf solche Aussagen als Fachminister nicht einfach machen und dann nicht einhalten. Es war nichts als heiße Luft. Man kann den Leuten nicht einfach sagen ‚Ich richte das für euch‘ und dann geschieht nichts“, sagt Tiemann. In einem von dem SPD-Kreistagsvorsitzenden Tobias Handtke organisierten Gespräch mit der Bürgerinitiative hielt Petra Tiemann gestern ihr Versprechen ein, die Bürger über die Sachlage auf dem Laufenden zu halten. Anwesend waren verschiedene Lokalpolitiker, die SPD-Bundestagsabgeordnete für den Landkreis Harburg, Svenja Stadler, und die Vertreter die Bürgerinitiative. 

Gemeinsam hat man nun beschlossen, eine Online-Petition auf Bundesebene anzustoßen, die die Landtagsabgeordnete Petra Tiemann einbringen wird. „Wir wollen jetzt öffentlichen Druck ausüben und mehr Dynamik in die Sache bringen. Es gibt kein Großprojekt im Landkreis, das auf so viel Unverständnis stößt, wie die geplante Raststätte Elbmarsch. Es war in letzter Zeit nur so ruhig wegen der beruhigenden Worte von Herrn Ferlemann im Sommer“, erklärt Tobias Handtke. Um eine öffentliche Anhörung zu bekommen, müssen sich 100.000 Bürger online registrieren und die Petition unterstützen – innerhalb eines Zeitraumes von drei Monaten. Wann genau die Petition startet, ist noch nicht klar. Eine entsprechende Internetadresse wird von den Vertretern öffentlich gemacht, sobald die Petition im Netz verfügbar ist.

Nach dem herben Rückschlag setzt die Bürgerinitiative große Hoffnung in die Petition auf Bundesebene und eine entsprechende breite Beteiligung. Von der Reaktion des Bundesverkehrsministeriums sind die Vertreter mehr als enttäuscht – sie fühlen sich betrogen: „Ich habe mich auf die Aussage von Herrn Ferlemann verlassen“, sagt Angelika Gaertner. Günter Schwarz, ehemaliger Bürgermeister von Seevetal, weist noch einmal auf die Situation der Meckelfelder hin: „Die Grenze der Belastung ist erreicht“, sagt er. Die Gemeinde Seevetal ist durch die Autobahnen A1, A7 und A39 und die Eisenbahnhaupttrassen Hamburg-Hannover und Hamburg-Bremen stark vorbelastet. Die Meckelfelder würden durch den Riesen-Rasthof neben dem größten Rangierbahnhof Europas in Maschen ein weiteres Großprojekt bewältigen müssen. Neben den Aussagen von Staatssekretär Ferlemann sorgt auch die mangelnde Gesprächsbereitschaft der Stadt Hamburg für Unmut. „Die Nachbarschaft muss gelebt und gepflegt und die Chancen genauso wie die Lasten der Metropolregion geteilt werden. Hamburg meidet in dieser Angelegenheit leider den Dialog“, sagt Tobias Handtke.