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Am 11. Dezember 2017 hat Andreas Rieckhof, Staatsrat in der Hamburger Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation (BWVI), im Bürgerhaus Wilhelmsburg die überarbeiteten Pläne für den östlichen Teil der Hafenpassage A 26 öffentlich vorgestellt. Seine wichtigste Botschaft: Die BWVI macht sich die Forderung der Bürger nach mehr Lärmschutz zu eigen und plant gemeinsam mit der DEGES nun eine Verlängerung des ursprünglich knapp 400 m langen Tunnels Finkenried auf 1,5 km bis zum Anschluss an die A1 (AS Stillhorn).

Die Bürgerinformationsveranstaltung markiert eine wichtige Etappe im Bürgerbeteiligungsverfahren zum Abschnitt der A 26 in Wilhelmsburg. Bei der Auftaktveranstaltung am 1. Februar war deutlich geworden, dass viele Wilhelmsburger die A 26 Ost grundsätzlich ablehnen. Viele haben sich trotzdem an der Gestaltung des „Wie“ beteiligt. Bis zum Spätsommer wurden unter Anleitung der Initiative „Perspektiven!“ die verschiedenen Fragen online, in Themenwerkstätten und Workshops gesammelt, diskutiert und Lösungsvorschläge erarbeitet. Diese wurden zu einem Bürgergutachten verdichtet und Anfang Oktober 2017 an die BWVI übergeben.

In den vergangenen Monaten haben BWVI und DEGES die Forderungen des Bürgergutachtens und Alternativen zur bisherigen Planung geprüft. Staatsrat Rieckhof stellte daraus folgend einen 10-Punkte-Plan vor. Kernpunkte sind die Verlängerung des Lärmschutztunnels und ein zusätzlicher Lärmschutz an der A 1 bei Kirchdorf Süd, was zusammen neue Potenziale für die Stadtentwicklung (u.a. Wohnungsbau) erschließt. Dagegen erscheint ein Verzicht auf eine Anschlussstelle an der Otto-Brenner-Straße nicht machbar, diese soll aber kompakt und mit weniger Flächenverbrauch als ursprünglich geplant realisiert werden. Weitere Punkte beziehen sich auf eine zentrale Anschlussstelle für den Hafen, Folgemaßnahmen im Stadtstraßennetz sowie Verbesserungen für Radverkehr und ÖPNV. DEGES-Projektleiter Sebastian Haß schilderte die erwartete verkehrliche Situation. Weitere Details zu den Anschlussstellen und den damit verbundenen Verkehrsströmen will die DEGES Anfang 2018 in einer weiteren Informationsveranstaltung erläutern.

Von den rund 120 Besuchern  gab es viel Zuspruch zu den überarbeiteten Plänen und auch von ausgewiesenen A 26-Gegnern Anerkennung für den deutlich ausgeweiteten Lärmschutz. Die jetzt vorgestellten neuen Pläne stehen noch unter dem Vorbehalt einer Entscheidung des Hamburger Senats und der Abstimmung mit dem Bund, der die A 26 finanziert. Beides soll 2018 erfolgen, um wie geplant Ende 2019 in das Planfeststellungsverfahren zu gehen und möglichst 2023 mit dem Bau zu beginnen. Begleitend zum weiteren Planungsprozess wird es eine Fortsetzung der nachhaltigen Bürgerbeteiligung geben.