Artikel getaggt mit Bahn – ÖPNV

Bahnstation „Elbbrücken“ aus Glas und Stahl

ndr.de

Elbbrücken
Stand: 08.01.2016 12:25 Uhr
Riesige gläserne Röhren mit einem gedrehten Stahlskelett: Der Entwurf der Architekten vom Hamburger Büro gmp soll einen spektakulären Ausblick auf Elbbrücken und Hafencity bieten.

Wer mit dem Zug über die Elbbrücken nach Hamburg rollt, wird bald von zwei extravaganten Glasbauten begrüßt: Der U- und der S-Bahnhof „Elbbrücken“ sollen aussehen wie riesige gläserne Röhren, die von einem gedrehten Stahlskelett ummantelt werden. Das bekannte Architektenbüro gmp von Gerkan Marg und Partner hatte schon den U-Bahnhof gezeichnet, jetzt bekam es auch den Zuschlag für den S-Bahnhof-Entwurf, der NDR 90,3 vorliegt.

Spektakuläres Eingangstor der Stadt

„Aufgabe war es, hier ein vernünftiges Verkehrsensemble hinzubekommen“, sagte Andreas Knoll von der Verkehrsbehörde. „Die Elbbrücken prägen ja das Eingangstor der Stadt.“

Architektur und das komplizierte Fundament sollen 40,1 Millionen Euro kosten, die die Hansestadt nun bei Bund und Bahn einwerben will – da reicht das Geld nur für eine halbe Überdachung der 210 Meter langen S-Bahnsteige. „Wir gehen hier möglichst sparsam mit Steuergeldern um. Wir wollten einen praktischen Witterungsschutz realisieren, aber andererseits keine Kostenexplosion generieren.“

Glasgang wohl erst 2019 fertig

S- und U-Bahnhof Elbbrücken werden mit einem 62 Meter langen Glasgang verbunden. Er liegt sehr hoch und bietet einen spektakulären Ausblick auf Elbbrücken und Hafencity. Der Glasgang wird allerdings erst 2019 fertig. Die neuen Bahnhöfe sollen ein Jahr vorher eröffnet werden.

Weitere Informationen

Bis zu 150 Meter aufragende Hochhäuser, ein zentraler Platz sowie Anschluss an U- und S-Bahn: In der östlichen Hafencity soll ein urban geprägtes Geschäftsviertel entstehen. mehr

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Wilhelmsburger Reichsstr.

hamburg.de

 Baufortschritt
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Die Vorbereitungen zur Verlegung der Wilhelmsburger Reichsstraße erfolgen an verschiedenen Orten in Wilhelmsburg.

Für den Neubau der Anschlussstelle Hamburg-Wilhelmsburg-Süd wird der Kanal „Südliche Wilhelmsburger Wettern“ verlegt. Östlich der Wilhelmsburger Reichsstraße ist dies bereits erfolgt. Ebenfalls begonnen wurde mit dem Bau der Unterführung der Wettern, einer Brücke und der neuen östlichen Auffahrtsrampe. Ab Mitte 2016 sollen Autofahrer diese Rampe nutzen können.

Baufortschritt im Oktober/November 2015

Auch im Bereich der zukünftigen Brücke über den Ernst-August-Kanal laufen die Arbeiten mit Hochdruck weiter. Die vorbereitenden Arbeiten der Bodenverbesserung für die Verlegung der Straße Vogelhüttendeich sind abgeschlossen. Für die Pfahlgründung der Brücke werden nach der Beendigung der Testphase nun die Pfähle hergestellt und eingebaut. Durch die Pfahlgründung werden die Lasten der Brücke in tiefere, tragfähige Bodenschichten verteilt.

Parallel zur verlegten Bundesstraße werden 5,5 Kilometer neue Gleise gebaut. Die erste Weiche wurde bereits eingebaut. Außerdem erfolgen Entwässerungsarbeiten und Vorbereitungen zur Installation von Bahntechnik.

Im Bahndamm-Bereich Abzweig Hohe Schaar wurden im August Behelfsbrücken eingebaut, über die seitdem der Bahnverkehr in den Hafen läuft. Bis Ende 2016 entstehen neue Eisenbahnbrücken, die quer eingeschoben werden, so dass dann die neue Wilhelmsburger Reichsstraße die Gleise unterqueren kann. Der Verkehr am Hauland wird dabei nicht beeinträchtigt.

Von der Thielenbrücke aus sieht man zurzeit umfangreiche Bodenarbeiten: Schotter wird gesiebt und aufbereitet, um Materialtransporte zu minimieren und das bereits vorhandene Material für den neuen Gleisbau wiederverwenden zu können.

Als Service-Angebot wurde eine monatliche Bürgersprechstunde eingerichtet, die immer am letzten Mittwoch im Monat um 17 Uhr im Büro der Bauoberleitung, Rotenhäuser Str. 14, in Wilhelmsburg stattfindet. Hier können sich Bürgerinnen und Bürger und Anwohner über den Stand der Arbeiten und mögliche Einschränkungen informieren.

Neuer Lärmschutz für Wilhelmsburg

Nördlicher Abschnitt – Vogelhüttendeich bis Neuenfelder Straße

S-Bahnhof Wilhelmsburg

Voraussichtlich 2018 wird neben dem S-Bahngleis eine 5,5 Meter hohe, 676 Meter lange Lärmschutzwand gebaut.

Max-Eyth-Straße

(zwischen Thielenstraßenbrücke und S-Bahnhof)

Voraussichtlich in 2018 wird neben dem S-Bahngleis eine 5,5 Meter hohe und 290 Meter lange LSW entstehen. Zwischen der Fernbahn und den Aufstellgleisen wird ein 240 Meter langer und 5,50 Meter hoher Lärmschutz gebaut.

Buscher Weg und Parallelstraße

(zwischen Thielenstraßenbrücke und Ernst-August-Kanal)

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Voraussichtlich in 2017 wird die vorhandene Wand auf Höhe Buscher Weg zwischen den S-Bahngleisen und angrenzenden Grundstücken abgebaut. Dafür entsteht anschließend eine neue 5,5 Meter hohe und 1,5 Kilometer lange Lärmschutzwand. Sie wird 3,5 Meter höher sein als bisher. Zusätzlich weicht ein Jahr später die LSW zwischen den Gleisen der S-Bahn und der Fernbahn einer höheren und deutlich längeren Wand (5,5 Meter Höhe; Länge: 1,3 Kilometer), anstelle einer bisher nur 355 Meter langen und 2 Meter hohen sowie einer 610 Meter langen und 3 Meter hohen Wand.

Vogelhüttendeich

(im Bereich Ernst-August-Kanal)

Bereits Anfang 2015 wurde die bestehende Wand abgerissen. Die neue LSW wird gebaut und soll im Frühjahr 2016 fertig sein. Sie entsteht neben den Gütergleisen auf einer Länge von 190 Metern und wird mit 4,5 Metern rund 2,5 Meter höher werden als bisher.

Südlicher Abschnitt – Neuenfelder Straße bis Katenweg

Zwischen Katenweg und Siebenbrüderweide

(Katenweg Haus-Nr. 46/48 bis Brackstraße)

Zusätzlich zur dort bereits vorhandenen Lärmschutzwand, wurde 2014/2015 zwischen dem S-Bahngleis und dem Gütergleis eine 5,5 Meter hohe neue Lärmschutzwand errichtet. Allerdings haben Hindernisse im Boden dazu geführt, dass einige Pfosten verschoben werden mussten und so heute noch Lücken in der Lärmschutzwand vorhanden sind. Diese sollen im Herbst 2016 geschlossen werden.

Bereich Katenweg

(König-Georg-Deich bis Katenweg Haus-Nr. 46/48)

Die Lärmschutzwand wurde um drei Meter auf 5,5 Meter erhöht.

Neuenfelder Straße bis Vogelhüttendeich

(Gesamter Abschnitt)

In diesem Bauabschnitt laufen die Planungen für den Bau neuer Lärmschutzwände.

Leipeltstraße und Schwentnerring

(Gesamter Abschnitt)

Die vorhandenen Lärmschutzwände wurden um mehrere Meter auf nun 5,5 Meter erhöht.

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Dobrindt: Modernisierungsschub für Deutschland

bmvi.de

BMVI – PM-Haushalt 2016 und Finanzplanung

Minister Dobrindt im Bundestag zum Einzelplan 12 des Haushalts 2016 Minister Dobrindt im Bundestag zum Einzelplan 12 des Haushalts 2016 (Quelle: BMVI)

Erscheinungsdatum27.11.2015
Laufende Nr. 136/2015

Der Deutsche Bundestag hat heute den Haushalt 2016 von Bundesminister Alexander Dobrindt beschlossen. Der Etat des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) bleibt der größte Investitionshaushalt der Bundesregierung. Er steigt im Vergleich zum Vorjahr um 5,5 % auf insgesamt rund 24,6 Milliarden Euro. Die Investitionslinie für die Straße, Schiene und Wasserwege und die digitale Infrastruktur steigt im Jahr 2016 auf mehr als 13 Milliarden Euro. Durch den Investitionshochlauf von Minister Dobrindt stehen in den kommenden Jahren so viel Mittel für die Infrastruktur bereit, wie noch nie zuvor.

Dobrindt:

Wir geben Deutschland einen Modernisierungsschub. Wir fahren die Infrastrukturinvestitionen auf Rekordniveau hoch: plus circa 40% bis 2018. Damit modernisieren wir unser Land, bauen Straßen, Schienen, Wasserwege aus, versorgen Regionen mit schnellem Internet – das ist die Basis für Wachstum, Arbeit und Wohlstand.

Erhaltungsmittel auf RekordniveauDer Grundsatz Erhalt vor Neubau ist ein wesentliches Element des Investitionshochlaufs von Minister Dobrindt.

Die Erhaltungsmittel für die Bundesfernstraßen steigen von 2,5 Milliarden Euro in 2013 auf jährlich rund 3,9 Milliarden Euro im Jahr 2018. Dobrindts „Sonderprogramm Brückenmodernisierung“ wird kräftig aufgestockt. Es wurde 2014 mit 1 Milliarde gestartet. Mit dem neuen Haushalt werden die Mittel verdoppelt: bis 2018 stehen rund 2 Milliarden Euro zur Verfügung. Jede Sanierungs-Maßnahme, die Baurecht erhält, wird finanziert. Die Länder sind aufgefordert, schnellstmöglich für Baurecht zu sorgen.

Bei der Schiene stehen der DB AG bis 2019 für Instandhaltung und Ersatzinvestitionen in die bestehende Infrastruktur insgesamt 28 Milliarden Euro bereit. Auch im Bereich der Wasserstraßen haben Ersatz und Erhaltung Priorität. Zu den konkreten Projekten gehören zum Beispiel der Nord-Ostsee-Kanal und die seewärtige Anbindungen der deutschen Seehäfen.

Dobrindt:

Die Infrastruktur ist das zentrale Nervensystem unseres Landes. Mobilität sichert unseren Wohlstand. Deshalb investieren wir so viel in den Erhalt und die Modernisierung unserer Straßen wie noch nie in der bundesdeutschen Geschichte.

Vorreiter bei Mobilität 4.0

Mit dem Haushalt 2016 werden Mittel zur Umsetzung der von Minister Dobrindt vorgelegten „Strategie automatisiertes und vernetztes Fahren“ bereitgestellt. Bis 2019 stehen mehr als 40 Millionen Euro bereit. Daraus können in diesem Zeitraum bis zu 25 Millionen Euro in das „Digitale Testfeld Autobahn“ investiert werden.

Dobrindt:

Wir schreiben unsere Erfolgsgeschichte beim Automobil digital fort und nutzen die Wachstums- und Wohlstandschancen des automatisierten und vernetzten Fahrens. Mit dem „Digitalen Testfeld Autobahn“ auf der A 9 haben wir dafür ein technologieoffenes Angebot für Industrie und Forschung geschaffen. Deutschland ist damit Vorreiter bei der Mobilität 4.0. Der Verkehr wird vorhersehbarer und sicherer. Staus und Unfälle werden vermieden, die Umwelt wird entlastet. Wir generieren zusätzliche Wertschöpfung und schaffen neue Arbeitsplätze.

Milliardenschwere Breitband-Förderung

Mit dem milliardenschweren Bundesförderprogramm für den Breitbandausbau werden unterversorgte Gebiete einen Netzzugang von mindestens 50 Mbit pro Sekunde erhalten. Kommunen und Landkreise können ab sofort Förderanträge für ihre Ausbauprojekte stellen. Das Geld wird gezielt in Regionen investiert, in denen sich der Netzausbau wirtschaftlich alleine nicht rechnet.

Dobrindt:

Wir investieren Fördergelder von insgesamt 2,7 Milliarden Euro, um in ganz Deutschland schnelles Internet auszurollen. Schon heute haben wir in Europa die höchste Dynamik beim Breitbandausbau, mit dem Bundesförderprogramm bauen wir diesen Spitzenplatz weiter aus.

Die Mittel für die Lärmsanierung an bestehenden Schienenwegen werden von derzeit 130 Mio. auf 150 Millionen Euro aufgestockt

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Es wird laut inWilhelmsburg

Bauarbeiten zur Verlegung der Wilhelmsburger Reichsstraße
führen zu Lärmbelästigungen an den Kuckuckswettern

Von Sabine Langner.
Bevor er ruhig werden kann, wird es erst mal laut: Wie bereits mehrfach berichtet, soll die Wilhelmsburger Reichsstraße parallel zu den Bahngleisen verlegt werden. Damit soll die Lärmbelastung reduziert werden.
Eine der notwendigen Vorarbeiten ist der Umbau des Durchlasses der Kuckuckswettern unter den Bahngleisen.
In dieser und in der nächsten Woche wird dafür eine neue Spundwand in den Boden gerammt. Deswegen muss in den nächsten Tagen mit Lärm und Erschütterungen gerechnet werden.

(Foto von den Engagierten Wilhelmsburgern eingefügt)
Betroffen sind die Anwohner der Straßen Siebenbrüderweide und Leipeltstraße, sowie die Pächter der Kleingartenvereine „Am Bracksee“ sowie „Im Bauernfelde“. Die Anwohner werden mit Handzetteln informiert.
Wer mehr über die Baumaßnahmen erfahren will, ist zur Bürgersprechstunde am Mittwoch, 25. November, um 17 Uhr in der Rotenhäuser Straße 14, Hinterhof rechts, eingeladen.

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Vorbereitungen für den Bau der Neuen Wilhelmsburger Reichsstraße schreiten voran

26.10.15

Bauprojekt Stadtentwicklung in Wilhelmsburger Mitte geht voran

Von Jochen Gipp

Vorbereitungen für den Bau der Neuen Wilhelmsburger Reichsstraße schreiten voran. Bürgersprechstunde am 28. Oktober

Wilhelmsburg.  Die ersten neuen Bahngleise liegen bereits, und eine erste neue Weiche gibt es auch schon. Auf der Elbinsel Wilhelmsburg wird mit Hochdruck an der Verlegung der Wilhelmsburger Reichsstraße auf den Westrand des bisherigen Bahngeländes gearbeitet. Dafür müssen dort alte Gleise abgebaut werden. Die neue Gleisstrecke kommt in die Mitte des Bahngeländes und schafft am Westrand Platz für die Straße. 2019 soll die vierspurige neue Wilhelmsburger Reichsstraße dann zwischen Ernst-August-Kanal im Norden und Hauland im Süden im neuen Streckenverlauf fertiggestellt sein. Im alten Straßenverlauf entsteht neuer Raum für die weitere Stadtentwicklung in der Wilhelmsburger Mitte.

Was im einzelnen passiert, können Bürger am Mittwoch, 28. Oktober, 17 bis 18 Uhr, bei einer Sprechstunde im DEGES-Baubüro, Rotenhäuser Straße 14, erfahren. Auch Beschwerden können sie loswerden. Die für das große Bauprojekt zuständige DEGES (Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH) kündigt an, Rede und Antwort stehen zu wollen.

Autofahrer, die täglich auf der Wilhelmsburger Reichsstraße unterwegs sind, bekommen bereits erste Eindrücke von den Veränderungen: Zwischen der Anschlussstelle Wilhelmsburg-Süd (Kornweide) und der Europabrücke ist eine Baustelle eingerichtet. Dort wird derzeit unter laufendem Verkehr eine Brücke gebaut, die über einen neu verlegten Graben (Wettern) führt. In dem Straßenabschnitt soll später auch noch ein Anschluss an die geplante Autobahn A26 erfolgen. Die Kornweide erhält anstelle ihrer derzeitigen Behelfsbrücke eine neue Brücke. Während der Bauzeit ab Mitte 2016 wird der Verkehr die Wilhelmsburger Reichsstraße im Bereich der jetzigen Zu- und Abfahrten mit einer Ampelkreuzung queren.

Unter laufendem Güterzugverkehr wird derzeit auch die Hafenbahn-Gleisstrecke Hohe Schaar im Abschnitt Hauland verändert. Während bereits jetzt zwei Gleise nach Süden in Richtung Harburg abzweigen, gab es bislang nur ein Gleis nach Norden in Richtung Veddel. Zur Beschleunigung des Hafenbahnverkehrs wird auch nun auch nach Norden ein zweites Gleis gebaut. Weil die neue Wilhelmsburger Reichsstraße den Bahndamm künftig im Bereich Hauland unterqueren wird, sind bereits Behelfsbrücken unter die Gleise gebaut worden. Sie ermöglichen den Bau einer offiziellen Bahnbrücke in Stahl-Fachwerk-Bauweise. Diese Brücke soll im Dezember 2016 eingeschoben werden. Danach kann der Bahndamm für den Straßenbau durchbrochen werden.

Wer sich derzeit im Wilhelmsburger Zentrum auf die Thielenbrücke stellt, sieht bereits viel geräumtes Bahngelände. DEGES-Projektleiter Martin Steinkühler sagt: „Hier wird Schotter gesiebt und aufbereitet. Vorhandenes Material soll für den neuen Gleisbau verwendet werden. Obwohl nur 2,8 Kilometer alte Gleisstrecke dem Straßenbau weichen müssen, haben wir 5,5 Kilometer neue Gleisstrecke zu bauen, um den Schienenverkehr des Hafens zu verbessern.“ Außerdem werden 16 Weichen, die Oberleitungen sowie die Leit- und Sicherungstechnik erneuert. Noch dieses Jahr wird in dem Gleisabschnitt in Höhe Siebenbrüderweide auch mit dem Bau einer neuen Lärmschutzwand begonnen.

Auch im Bereich der künftigen Straßenbrücke über den Ernst-August-Kanal im Norden Wilhelmsburgs laufen laut Projektleiter Steinkühler die Arbeiten auf vollen Touren. Für die Brücke muss die Straße Vogelhüttendeich verschwenkt werden. Der gesamte Untergrund des Geländes ist wenig tragfest. Wo die Brücke stehen soll, werden Bohrpfähle in den Boden gedreht. Für die Straßendämme wird zunächst mehr Erdreich aufgefahren als später notwendig. Das höhere Gewicht soll verhindern, dass sich die Straße später unter der Verkehrsbelastung noch setzt.

Die DEGES kündigt an, künftig an jedem letzten Mittwoch eines Monats die Bewohner Wilhelmsburgs mit einer Bürgersprechstunde auf dem Laufenden zu halten. Mit der Verlegung von Bahngleisen und Straße wird laut DEGES auch das Ziel verfolgt, die Lärmbelastung der Bewohner gegenüber der bisherigen Situation deutlich zu verringern.

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Wilhelmsburg: 3,10 Euro für zwei Stationen mit dem HVV

abendblatt.de

Miguel Brusch

22.10.15

Die S-Bahnstation Veddel in Wilhelmsburg

Foto: Roland Magunia

Die S-Bahnstation Veddel in Wilhelmsburg Foto: Roland Magunia

In Wilhelmsburg muss für eine Fahrt über zwei Stationen der Tarif für den HVV-Großbereich bezahlt werden. Woran liegt das?

Hamburg.  Wer häufig im Reiherstiegviertel in den Metrobus M13 steigt, der kennt die erstaunten Gesichter mancher Elbinsel-Besucher beim Fahrkartenkauf: Für den kürzesten Weg von der Harburger Chaussee nach Hammerbrook – eine Station mit dem Bus und eine mit der S-Bahn – muss der Fahrgast gleich 3,10 Euro für den HVV-Großbereich hinlegen. Wer also die Elbinsel über die vielbefahrenen Linien M13, S3 und S31, auch in Richtung Süden, verlassen will, muss immer tief in die Tasche greifen.

Zum Vergleich: Der Großbereichtarif gilt zum Beispiel auch für eine eineinhalbstündige Bahnfahrt von Wedel nach Großhansdorf. Und eine Fahrt von der Kellinghusenstraße, von Barmbek oder vom Altonaer Bahnhof zum Hauptbahnhof kostet nur 2,10 Euro für den Nahbereich, obwohl weitaus mehr Stationen dazwischen liegen als bei einer Fahrt aus Wilhelmsburg zum Hauptbahnhof.

Warum sind die Unterschiede in der Tarifbemessung so drastisch? „Wir haben ein System, das sich nicht an der Anzahl der Stationen, sondern an der Fahrstrecke orientiert“, erklärt HVV-Sprecher Rainer Vohl dazu. Der Verkehrsverbund habe festgelegt, dass der Kurzstreckentarif von 1,50 Euro pro Fahrt bis zu einer Streckenlänge von 2,5 Kilometern gelte und der Tarif für den Nahbereich bis fünf Kilometer. Für längere Strecken müsse der Tarif für den Großbereich bezahlt werden.

Zusätzlich dazu gilt das Konzept der Ringe, Tarifzonen und Zahlgrenzen. Alle Linien werden mittels Zahlgrenzen in Teilbereiche unterteilt, die zur Feststellung des Geltungsbereichs der Einzelkarten im Kurzstrecken- und Nahbereich dienen, wie der HVV auf seiner Webseite angibt. Da auf der Strecke Harburger Chaussee bis Hammerbrook mehrere Zahlgrenzen aufeinander treffen, muss der teuerste Tarif bezahlt werden.

Kritik an dem undurchsichtigen System gibt es immer wieder. Auch der HVV gibt zu, dass die Preise nicht einfach zu durchschauen sind: „Ich bin der Letzte, der sagen würde, dass das Tarifsystem nicht kompliziert ist“, so Sprecher Vohl. Große Veränderungen stehen aber nicht zur Debatte. Sobald das Tarifsystem vereinheitlicht werde, gebe es immer Menschen, die sich benachteiligt fühlten, wenn dann auf ihrer Strecke die Preise steigen.

Das Konzept der Tarifbemessung nach der Streckenlänge ist zudem nicht ganz schlüssig, denn die S-Bahnstrecke Altona-Hauptbahnhof und die U-Bahnstrecke Barmbek-Hauptbahnhof sind zum Beispiel deutlich länger als fünf Kilometer, während zwischen Harburger Chaussee und Hammerbrook knapp fünf Kilometer liegen.

Für einen einkommensschwachen Stadtteil mit einem hohen Anteil von Sozialempfängern und Flüchtlingen wie Wilhelmsburg ist diese Tarifbemessung nicht unproblematisch. „Wir haben die Hoffnung, dass die Sozialkarte da entgegenwirkt“, erklärt Vohl. Empfänger von Sozialleistungen in Hamburg, die eine solche Karte besitzen, erhalten damit 20 Euro Rabatt auf eine Monatskarte.

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Bundesverkehrswegeplan (BVWP) 2015

swr.de

Verkehrsministerkonferenz in Worms: Länder wollen mehr Tempo-30-Zonen

Am Donnerstag haben die zweitägigen Beratungen der Länder-Verkehrsminister in Worms begonnen. Hauptpunkt dürfte der VW-Skandal sein. Doch bei einem Thema ist man sich schon einig.

Vor Einrichtungen wie Kindertagesstätten, Schulen und Seniorenheimen soll nach dem Willen der Länder-Verkehrsminister künftig Tempo 30 die Regel sein – denn vor diesen Gebäuden herrsche eine besondere Gefahrenlage. Die Verkehrsbehörden sollen aber in Ausnahmefällen auch Tempo 50 anordnen können. Darauf hätten sich die Ressortchefs am Donnerstag bei der Verkehrsministerkonferenz in Worms verständigt, teilte ein Sprecher am Abend mit. Der Bund wurde aufgefordert, die entsprechenden Regelungen in der Straßenverkehrsordnung anzupassen, hieß es weiter.

Weil die Situation vor Ort jeweils unterschiedlich ist, wurde den Sprecherangaben zufolge bisher regelmäßig von Fall zu Fall entschieden. Nach dem Willen der Minister soll das Regel-Ausnahme-Verhältnis nun umgekehrt werden. Die Ressortchefs hatten im Vorfeld des Treffens dazu einen gemeinsame Beschlussvorlage erarbeitet. 2014 waren nach Angaben des Statistischen Bundesamtes rund 23.000 Kinder im Alter von sechs bis 14 Jahren bei Verkehrsunfällen verunglückt.

Lewentz setzt sich für Ortsumgehungen ein

Dem rheinland-pfälzischen Verkehrsminister Roger Lewentz (SPD) liegt auch noch ein anderes Thema am Herzen. Er forderte, Ortsumgehungen in der Planung des Bundes nicht zu kurz kommen zu lassen. „Bei diesen Projekten geht es vor allem um die Entlastung der Anwohnerinnen und Anwohner“, sagte Lewentz. Für den Bundesverkehrswegeplan, über den in Worms auch diskutiert werden wird, hat Rheinland-Pfalz mehr als 40 Ortsumgehungen angemeldet.

Abgas-Skandal im Zentrum

Über allem dürfte bei dem Treffen jedoch der Abgas-Skandal bei VW stehen, über den die Minister am Freitag sprechen wollen. Umstritten ist, welche Lehren daraus zu ziehen sind: Baden-Württemberg etwa will unangekündigte Tests bei Autobauern einführen und ein eigenes Messprogramm auflegen. „Wir hoffen, das in diesem Jahr hinzubekommen“, teilte unlängst ein Sprecher des Stuttgarter Verkehrsministeriums mit. Damit will die Regierung langfristig die hohen Stickoxid-Werte in Stuttgart und anderen Städten im Südwesten senken.

Durch Manipulationen an Diesel-Fahrzeugen hatte VW erreicht, dass bei behördlichen Prüfungen die Abgasnormen eingehalten wurden. Im täglichen Gebrauch aber waren die Grenzwerte zum Teil deutlich überschritten worden.

Zudem drängt das Land den Bund, sich bei der EU dafür einzusetzen, dass „baldmöglichst“ neue Abgasvorschriften für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge verabschiedet werden. Neben Labortests müsse es künftig auch „mobile Abgasmessungen“ im „realen Straßenfahrbetrieb“ geben.

Bayern gegen eigene Abgastests

Letzteres wird in Worms wohl konsensfähig sein. Doch da hört die Einigkeit schon auf: Bayern beispielsweise lehnt die von Baden-Württemberg geplanten eigenen Abgastests als „reinen Aktionismus“ ab. Auf EU-Ebene seien schon Schritte hin zu realistischen Tests eingeleitet worden, sagte eine Sprecherin des bayerischen Verkehrsministeriums. Das Ergebnis dieser Arbeiten wolle man abwarten. Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) will am Freitag einen Bericht zu dem Thema vorstellen.

Kritik aus Mainz an Halbschranken

Nach dem Willen von Rheinland-Pfalz soll es in Worms zudem um Sicherheit an Bahnübergängen gehen. „Ich will vom Bund als Eigentümer der Gleisanlagen der Deutschen Bahn wissen, wie er damit umgeht, dass Bahnübergänge oft nur Halbschranken haben“, hatte Verkehrsminister Lewentz unlängst angekündigt.

Hintergrund ist der Unfall mit fünf Toten in Monzingen bei Bad Kreuznach. Im September hatte ein Zug dort ein Auto auf einem Bahnübergang erfasst. Laut den Ermittlern waren die Halbschranken geschlossen, es habe keine Hinweise auf ein Fremdverschulden gegeben. Experten zufolge haben Halbschranken den Vorteil, dass Autofahrer notfalls noch die Schienen verlassen können – und den Nachteil, dass die Gleise nicht vollständig abgeriegelt sind.

In Worms wollen die Minister auch über den Bundesverkehrswegeplan (BVWP) 2015 sprechen. Anhand des BVWP plant die Bundesregierung im kommenden Jahrzehnt Investitionen in neue und alte Straßen, Schienen und Wasserwege. 406 Schienenprojekte warten derzeit auf die Aufnahme. Rheinland-Pfalz etwa hat eine zweite Rheinbrücke zwischen Wörth und Karlsruhe angemeldet. Die Projekte werden bis Herbst dieses Jahres geprüft. Danach geht der Entwurf ins Bundeskabinett.

Stand: 9.10.2015, 7.33 Uhr

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Hamburg will HVV-Einzeltickets deutlich teurer machen

HVV

Der Hamburger Senat will die Preise für HVV-Einzel- und Tageskarten zum Jahreswechsel überdurchschnittlich stark erhöhen: Plus 3,3 Prozent. Angesichts historisch niedriger Benzinpreise und zurückgehender Fahrgastzahlzuwächse wird gerade für Gelegenheitsfahrer der Umstieg vom Auto auf Busse und Bahnen unattraktiver. Die Begründung für den Preissprung mutet kurios an.

Die vom HVV beantragte Anhebung der Fahrkartenpreise um durchschnittlich 1,9 Prozent zum Jahreswechsel ist so gut wie sicher. Der rot-grüne Senat will dem Antrag zustimmen. Das geht aus einer Senatsmitteilung an die Bürgerschaft hervor, die NahverkehrHAMBURG vorliegt und aus der erstmals alle Preisdetails hervorgehen.

Auffallend ist: Während normale Zeitkarten nur um 1,3 Prozent teurer werden, steigen die Preise für Einzel- und Tageskarten überdurchschnittlich stark um 3,3 Prozent. So werden die Einzelkarten für Nah- und Großbereich sowie die Ganztagskarte im Großbereich um 10 Cent teurer. Die 9-Uhr-Tageskarte für den Großbereich wird um 20 Cent teurer, für den Gesamtbereich sind künftig sogar 50 Cent mehr fällig. Einzige Ausnahme: Die Kurzstreckenkarte. Hier bleibt der Preis unverändert.

Angesichts der historisch niedrigen Benzinpreise und der zuletzt deutlich zurückgegangenen Fahrgastzahlzuwächse dürfte somit gerade für Gelegenheitsfahrer der Umstieg vom Auto auf den Öffentlichen Nahverkehr unattraktiver werden.

Die Begründung für den deutlichen Preissprung klingt kurios: „Der prozentual hoch erscheinende Wert liegt darin begründet, dass zur Erleichterung des Fahrkartenverkaufs aus Automaten und bei den Busfahrern die Preise auf jeweils volle 10 Cent gerundet sind (um als kleinste für die Bezahlung notwendige Münze 10-Cent-Stücke zu ermöglichen)“, heißt es in der Senatsmitteilung. Daraus ergebe sich eine kleinstmögliche Preisanhebung von 10 Cent. “ Der überproportionale Anstieg bei den Einzelkarten kann bei der nächsten Tariferhöhung ausgeglichen werden“, so der Senat.

Insgesamt erwartet der HVV durch die geplante Preisanhebung Mehreinnahmen in Höhe von 13,8 Millionen Euro netto.

Im Gegenzug kündigt der Verkehrsverbund Verbesserungen im neuen Fahrplan an, der Mitte Dezember in Kraft tritt. Demnach soll der Takt der Metrobuslinie M3 zwischen der Trabrennbahn Bahrenfeld in dem Rathaus in den Nebenzeiten von 10 auf 5 Minuten verdichtet werden, die M9 fährt zwischen Tonndorf und Wandsbek Markt künftig neunmal statt bisher sechsmal pro Stunde. Dafür wird allerdings die Zahl der M9-Fahrten zwischen Tonndorf und Großlohe reduziert.

Außerdem werden auf mehreren Stadtbuslinien einzelne Verstärkerfahrten und Fahrplananpassungen vorgenommen. Bei U-Bahn, S-Bahn, AKN und Regionalverkehr sind – abgesehen von punktuellen Anpassungen – keine Angebotsverbesserungen geplant.

Den Rest des Eintrags lesen. »

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Verlegung Wilhelmsburger Reichsstraße: neue Bürgersprechstunde der DEGES

hamburgsofort.de

Verlegung Wilhelmsburger Reichsstraße: neue Bürgersprechstunde am 30.9. und 28.10.

Stadt Hamburg

Bürgersprechstunde Verlegung Wilhelmsburger Reichsstraße: neue Bürgersprechstunde am 30.9. und 28.10. Damit sich Bürgerinnen und Bürger auch persönlich über die Baumaßnahme zur Verlegung der Wilhelmsburger Reichsstraße informieren können, richtet die Projektmanagementgesellschaft DEGES eine regelmäßige Bürgersprechstunde ein.

Der erste Termin findet statt am Mittwoch, den 30. September 2015, von 17 bis 18 Uhr statt. Adresse: DEGES Baubüro Wilhelmsburg, Rotenhäuser Straße 14, Hinterhof rechts, 21109 Hamburg.

Vor Ort stehen ein Baubevollmächtigter der DEGES und andere Experten Interessierten Rede und Antwort und erläutern das Projekt. Die Bürgersprechstunde findet jeweils am letzten Mittwoch eines Monats statt. Der zweite Termin ist für den 28. Oktober 2015 geplant.Die DEGES als Projektmanagementgesellschaft plant und baut für ihre Gesellschafter, den Bund und zwölf Bundesländer, Bundesfernstraßen. Die Freie und Hansestadt Hamburg als einer dieser Gesellschafter hat die DEGES beauftragt, die Wilhelmsburger Reichsstraße (B4/75) mit der Trasse von Bahnanlagen zu bündeln und umzulegen. Damit wird die veraltete und lärmintensive Strecke durch eine moderne Trasse parallel bestehender Gleisanlagen ersetzt. Die Umverlegung hat zum Ziel, dass die durchtrennte Mitte von Wilhelmsburg geöffnet und die Lärmbelastung für die Bewohner deutlich reduziert wird.

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Foto von EW hinzugefügt

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Warum nur schadet sich Dobrindt gern selbst?

Welt

Politik

Maut-Projekt                                                                       11.09.15

Mit Eigenmächtigkeiten, Häme gegenüber den Ländern und seiner fixen Maut-Idee schadet Verkehrsminister Dobrindt sich selbst. Dabei steht er sonst gut da: Er kann mehr Geld investieren als je zuvor.

Der Satz war klar und doch ein Rätsel: „Brüssel irrt, die Maut kommt, Gerechtigkeit siegt.“ So verkündete es Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) am Freitag im Bundestag. Das Rätsel dabei: Warum sagt Dobrindt so etwas?

Er hätte die Maut doch verschweigen können, als er den Entwurf des Verkehrshaushalts für 2016 jetzt im Plenum vorstellte. Schließlich lässt sich über die Zukunft des CSU-Projekts nichts sagen, nachdem die EU-Kommission ein Vertragsverletzungsverfahren wegen drohender Ausländerdiskriminierung eingeleitet hat. Und weil Dobrindt um die Risiken weiß, hat er die Maut gestoppt. Trotzdem gab er nun seine kühne Siegesparole aus und zeigte neuerlich ein Verhalten, mit dem er sich selbst schadet: Er macht sich angreifbar, wo er es nicht nötig hätte.

Prompt nutzten die Grünen Dobrindts Steilvorlage und bezeichneten sein Agieren bei der Maut als „absurd und bescheuert“, wie es der Grünen-Haushaltspolitiker Sven-Christian Kindler formulierte. Indes dürfte Kindler froh gewesen sein, dass ihm Dobrindt das Maut-Thema geschenkt hatte. Denn ansonsten fällt es der Opposition schwer, Grundsatzkritik an den verkehrspolitischen Plänen des Ministers zu üben.

Gut nämlich steht der Minister da. 2016 hat er 2,44 Milliarden Euro zusätzlich für Verkehrsinvestitionen zur Verfügung, so viel wie nie. Zumal für marode Straßenbrücken kann er mehr ausgeben. „Wir haben das Sonderprogramm zur Brückenmodernisierung mit einer Milliarde Euro gestartet. Wir werden es jetzt mit dem Haushalt 2016 verdoppeln auf zwei Milliarden Euro“, sagte Dobrindt im Bundestag. „Jede Sanierungsmaßnahme einer Brücke, die Baurecht erhält, wird auch finanziert werden.“

Aber man beachte das Wort „Baurecht“. Auch dabei hat sich Dobrindt angreifbar gemacht. Kürzlich berichtete die „Welt“, wie viele Brücken bröckeln und wie weit die Reparaturen hinter dem Bedarf zurückbleiben. Doch was machte Dobrindt? Er gab den Bundesländern die Schuld. Die würden es versäumen, die Planungen rechtswirksam abzuschließen. Sie hätten „schnellstmöglich für Baurecht zu sorgen“, forderte Dobrindt.

Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen

Bettina Hagedorn
SPD-Haushälterin, zu Dobrindt

Allerdings schafft er selbst das auch nicht – und handelte sich deshalb am Freitag einen scharfen Rüffel vom Koalitionspartner ein. „Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen“, rief die SPD-Haushälterin Bettina Hagedorn dem Minister zu. Es ist nämlich so: Um Baurecht zu bekommen, braucht man Planungsingenieure. An denen jedoch mangelt es dem Staat, sodass die Länder nicht alles Geld verbauen können, das vorhanden wäre.

Aber Dobrindt hat das gleiche Problem. Bei den Wasserstraßen, für die der Bund zuständig ist, musste Dobrindt im Mai zugeben, dass er 100 Millionen Euro für die Wasserstraßensanierung nicht verbauen könne, weil er nicht genug Planungskapazitäten habe.

Insofern hat Dobrindt Grund zur verbalen Zurückhaltung. Wenn er trotzdem auf andere schimpft, macht er sich angreifbar. Spitz erinnerte ihn Hagedorn daran, dass der Haushaltsausschuss ihm vor einem Jahr erlaubte, ein Konzept für übertarifliche Bezahlung der Ingenieure zu entwickeln, damit der Staat bei den Fachkräften mit der Privatwirtschaft konkurrieren kann. Jenes Konzept aber gebe es noch nicht, Dobrindt habe „nicht genügend gemacht“, sagte Hagedorn.

Und immer wieder fließt das Geld nach Bayern

Angreifbar macht sich Dobrindt auch dadurch, jährlich im Sommer am Bundestag vorbei Freigaben für Straßenbau-Projekte zu erteilen. Zwar darf er das, seine Vorgänger haben es ebenfalls getan, aber bei Dobrindt fällt einiges auf. Erstens das Volumen: 2014 genehmigte er 27 Neubauprojekte für 1,65 Milliarden Euro, im Juli 2015 waren es sogar 2,7 Milliarden für 72 weitere Projekte.

Zweitens fällt auf, wie sehr dabei Dobrindts Heimatland Bayern profitiert: Der Freistaat erhält bei den 2015-Projekten 50 Prozent mehr Geld, als Bayern nach den üblichen Verteilungsschlüsseln zustände. Drittens finden sich unter den insgesamt 99 Projekten 47 Ortsumfahrungen. Und da sieht die SPD Widersprüche zum Koalitionsvertrag.

Laut dem soll der Erhalt Vorrang haben und ein Neubau nur infrage kommen, wenn es um Verkehrswege von nationaler Bedeutung geht. Das ist bei Ortsumgehungen in der Regel nicht der Fall. Es war eine Warnung an Dobrindt, als SPD-Fraktionsvize Sören Bartol mit Blick auf den anstehenden Bundesverkehrswegeplan sagte, man dürfte „keine Angst vor klaren Entscheidungen haben“, müsse „klare Prioritäten setzen“.

Doch auf Dobrindts Prioritätenliste steht nach wie vor die Pkw-Maut, mit der er sich weiter angreifbar machen wird. Für sie sind im Verkehrshaushalt fürs kommende Jahr 11,2 Millionen Euro für Vorbereitungsmaßnahmen vorgesehen. Aber möglicherweise wird Dobrindts Plan gekippt, sodass nie jene Maut-Einnahmen fließen, mit denen die Investitionen abgestottert werden könnten.

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