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Smog in China

Gewaltige Smog-Glocke

„Airpocalypse“ in China sprengt Messwerte

20.12.2016, 10:03 Uhr | dpa

Seit Tagen müssen Millionen Chinesen unter einer gewaltigen Smog-Glocke leben. Eine schnelle Besserung der Lage ist nicht in Sicht.

Trotz Fahrverboten und Fabrikschließungen hat sich der gefährliche Smog im Norden Chinas weiter ausgebreitet. 460 Millionen Menschen in sechs Provinzen waren am Dienstag „stark verschmutzter“ oder „gefährlicher“ Luft ausgeliefert, teilte die Umweltorganisation Greenpeace mit. Demnach sei die Smog-Glocke, die sich seit vergangenem Freitag über Peking und vielen anderen Städten ausbreitet, die bisher schlimmste in diesem Jahr.

Warnstufe „Rot“

Der ausgerufene Smog-Alarm der höchsten Warnstufe „Rot“ verdeutliche zwar, dass die Regierung die Verschmutzung ernst nehme. Die erneute „Airpocalypse“ zeige aber auch, dass China den Verbrauch von Kohle schneller zurückfahren und den Umbau der Wirtschaft entschlossener vorantreiben müsse, sagte Greenpeace-Klimaexperte Dong Liansai.

Bau-Boom und dreckige Kohle

Derzeit passiere das Gegenteil: Peking hat der Luftverschmutzung in den Großstädten zwar den Kampf angesagt. Auch soll die Wirtschaft des Landes von ihrer dreckigen Schwerindustrie befreit und dafür auf mehr Technologie und Innovation gesetzt werden. Fortschritte, die bis Mitte diesen Jahres erzielt wurden, seien jedoch wieder zum Erliegen gekommen, so Greenpeace. Staatliche Stimulus-Programme für die Wirtschaft hätten einen Bau-Boom ausgelöst, weshalb die Stahl- und Kohlenproduktion nun wieder auf Hochtouren laufe.

Dreckige Kohle, mit denen in den Wintermonaten im Norden Chinas geheizt wird, trägt zusätzlich zur schlechten Luftqualität bei.

Das Achtzehnfache des Grenzwertes der WHO

Wegen der extremen Luftverschmutzung hatten Peking und über 20 andere Städte in der Region am Freitag die höchste Smog Alarmstufe ausgerufen, die Fahrverbote, Fabrik- und Schulschließungen zur Folge hatte. Laut Pekings Umweltbehörde haben die Maßnahmen dazu beigetragen, dass die Luftqualität nicht noch schlechter ist. Dennoch ergaben Messungen für gefährlichen Feinstaub (PM2,5) in Peking am Dienstag Werte von über 450 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft – das Achtzehnfache des Grenzwertes der Weltgesundheitsorganisation (WHO). 

In einigen Städten erreichte die Konzentration von Feinstaub, der über die Lunge ins Blut gelangen und Krebs verursachen kann, solche Ausmaße, dass sie auf Chinas offizieller Skala für Luftqualität nicht mehr erfasst werden konnte. Laut Vorhersagen dürfte sich die Luftqualität in Peking ab Mittwochabend durch kalten Nordwind kurzzeitig bessern. Schon bald darauf sollen aber weitere Smog-Wellen folgen.

http://www.t-online.de/wetter/wetter-aktuell/smog-in-china-airpocalypse-sprengt-messwerte/79873580

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HILFE, WIR VERSINKEN IM AUTOBAHNDREIECK! WIR BRAUCHEN IHRE UNTERSTÜTZUNG!

Sehr geehrter Herr Dobrindt, sehr geehrter Herr Horch,

wir fordern: keine gesundheitsgefährdende und lebensraumbedrohende A 26 Ost durch dichtbesiedelte Wohngebiete, Lebensmittelpunkt von über 55.000 Einwohnern!

Wir erwarten, dass Sie sich für die Gesundheit der Bürger einsetzen.

Mit freundlichen Grüßen

Beispielfoto DEGES

Beispielfoto DEGES

Warum ist das wichtig?

Die A 26 Ost soll laut neuem Bundesverkehrswegesplan vordringlich gebaut werden !

Das Problem:

Es gibt bereits die BAB A1, die A253, A 252, die B 4/75 (Wilhelmsburger Reichsstraße), viele Hauptverkehrsachsen, u. a. die Haupthafenroute (Kornweide) für den Schwerlastverkehr, Güter- und Hafenbahn, Nahverkehrs- und S-Bahnzüge.

Hinzu kommen viele Gefahrgut- und Uranerztransporte. Die Autobahnen und der geplante Bau der A 26-Ost rauben den Anwohnern die Gesundheit. Die Lärm-, Abgas- und Feinstaubbelastung steigt dadurch um ein Vielfaches. Lungen- und Herz-Kreislaufkrankheiten treten vermehrt auf. Kinder, die an stark befahrenen Straßen aufwachsen, haben ein deutlich kleineres Lungenvolumen.

Moderne Lebensqualität und Stadtentwicklung geht anders: Nicht mit einer Autobahn mitten durch Wohngebiete, keine Versiegelung der Böden, keine Überschreitung der EU-Grenzwerte für Luftschadstoffe. Der Bau der A 26 Ost raubt den Bewohnern die Gesundheit.

Die Elbinsel Wilhelmsburg ist ein lebens- und liebenswerter Ort, den wir erhalten möchten. Was tut die Stadt Hamburg den Menschen an, die hier leben? Wir fragen Sie: Ist diese Politik zielführend? Unsere Antwort: Nein!

Daher bitten wir Sie, lokal als auch global, etwas mit uns gemeinsam zu bewirken. Unterstützen Sie diese Petition, damit wir mit einer machtvollen Stimme der Politik sagen, was wir wollen und mit Nachdruck unsere Forderung durchsetzen.

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Trotz Klima-Wandel: Hamburg nimmt Kohlekraftwerk in Betrieb

deutsche-wirtschafts-nachrichten.de

Trotz Klima-Wandel: Hamburg nimmt Kohlekraftwerk in Betrieb

In rund zwei Wochen beginnt der Pariser Klimagipfel. Und trotz der Klimaziele wird Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz am Donnerstag das riesige und hoch umstrittene Kohlekraftwerk Moorburg eröffnen. Schon jetzt kostet die Kohle-Industrie den Steuerzahler Milliarden.

Vor und nach dem Bau des Kohlekraftwerks Moorburg hat es heftigen Widerstand in Hamburg gegeben. (Foto: dpa)

Ein bisschen Trickserei ist bei der Eröffnung des Kohlekraftwerks Moorburg am Südufer der Elbe dabei. Die beiden Blöcke mit jeweils 827 Megawatt Leistung arbeiten bereits seit mehreren Monaten im Regelbetrieb. Block B ging Ende Februar nach langen Probeläufen und Tests kommerzielle in Betrieb, Block A Ende August. Ein knappes Vierteljahr später drückt der Hamburger Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) an diesem Donnerstag (19.11.) auf einen Knopf, um das Kraftwerk symbolisch, aber offiziell in Betrieb zu nehmen.

Die kleine Show, die Scholz und die Vattenfall-Chefs bei der Eröffnung abziehen, ist bezeichnend für das gesamte Projekt. Zu diesem Kraftwerk führte kein gerader, sondern ein krummer Weg. Erst überredete der Hamburger Senat den Kraftwerksbetreiber Vattenfall zu einem doppelt so großen Kraftwerk als dieser eigentlich bauen wollte. Dann kamen die Grünen in die Regierung und versuchten, Moorburg zu verhindern, indem sie die Umweltauflagen immer weiter verschärften.

Am Ende einer verschlungenen Geschichte steht nach zehn Jahren Planungs-, Bau- und Erprobungszeit nun ein Kraftwerk, das wie aus der Zeit gefallen scheint. Es kann die Millionenmetropole Hamburg fast allein mit Strom versorgen und stößt bei vollem Betrieb rund 8,5 Millionen Tonnen CO2 jährlich aus. In die aktuelle Energiepolitik auf Bundes- und Länderebene passt Moorburg scheinbar überhaupt nicht mehr hinein. Längst sind die Weichen gestellt für Strom aus Sonne und Wind. Doch bei näherem Hinsehen zeigt sich, dass Moorburg für die Metropolregion Hamburg unentbehrlich ist – wenn auch viel zu groß.

„Ohne Moorburg funktioniert Hamburg nicht“, sagt Pieter Wasmuth, der Vattenfall-Chef für den Norden. Seit Beginn dieses Jahres hat das Kraftwerk fünf Millionen Megawattstunden Strom ins Netz eingespeist. Moorburg liefert Strom auf Anforderung des Übertragungsnetzbetreibers 50Hertz, wenn der Wind nicht weht und die Sonne nicht scheint. Dann speisen Wind- und Solarkraftwerke keinen oder nicht genug Strom in das Netz der Metropolregion. Das reicht, um das Kraftwerk ungefähr zur Hälfte auszulasten. Die erzeugte Strommenge ist so gewaltig, dass sie allein das Hamburger Bruttoinlandsprodukt im ersten Halbjahr um einen halben Prozentpunkt nach oben hievte.

Hamburg hat große industrielle Stromverbraucher: Die Kupferhütte Aurubis, das Stahlwerk von ArcelorMittal oder das Aluminiumwerk von Trimet brauchen jeweils so viel Strom wie eine ganze Kleinstadt. Rund um die Uhr, ebenso wie der Hafen oder die Flugzeugproduktion von Airbus. Deshalb benötigt Hamburg auch in der Nacht eine Leistung von 1200 Megawatt; am Tage sind es um die 1600 Megawatt. Ungefähr die Hälfte des Stroms kommt aus Moorburg – und das wird für die nächsten Jahrzehnte auch so bleiben. Selbst wenn bis 2050 rund 80 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Energien kommen sollten, wie es die Bundesregierung anstrebt, bleiben immer noch 20 Prozent konventionell erzeugter Strom.

Das Kraftwerk ist nun etwas anders gebaut als zunächst geplant. Es liefert keine Fernwärme in den Hamburger Westen, dafür ist es sehr flexibel bei seiner Stromerzeugung. Innerhalb von einer Viertelstunde kann die Anlage die Leistung um 600 Megawatt hoch- oder runterfahren. «Die Flexibilität nutzt uns sehr bei der Wirtschaftlichkeit», sagt Wasmuth. Ist der Strom knapp und wird rasch gebraucht, dann ist er auch teuer. Moorburg kann immer schnell liefern. Trotz der Unterauslastung arbeitet das Kraftwerk laut Wasmuth in der Gewinnzone. Von den drei Milliarden Euro Baukosten hat Vattenfall allerdings eine Milliarde Euro abgeschrieben. Dieses Geld ist weg.

Die Steuerzahler in der Europäischen Union finanzieren Europas Kohleindustrie mit jährlich rund zehn Milliarden Euro. Allein in Deutschland erhalte die stark klimaschädigende Industrie pro Jahr etwa 3,7 Milliarden Euro Steuergelder, teilte die Heinrich-Böll-Stiftung am Freitag mit. Im internationalen Coal Atlas 2015, den die den Grünen nahestehende Stiftung gemeinsam mit der Nichtregierungsorganisation Friends of the Earth International erstellt hat, heißt es, in der EU seien von 1990 bis 2007 an die 200 Milliarden Euro öffentlicher Gelder in die Kohleförderung geflossen.

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Kohlekraftwerk Moorburg: „Coal Kills“: Protest mit Paddelbooten und Transparenten

mopo.de

Hamburger Morgenpost
Paddelboote vor dem Kohlekraftwerk Moorburg

Paddelboote vor dem Kohlekraftwerk Moorburg
Foto: Lamprecht

Paddeln gegen Kohle: Rund 40 Umwelt- Aktivisten von „Gegenstrom Hamburg“ und Robin Wood haben am Sonnabendnachmittag mit Paddelbooten auf der Elbe vor dem Kohlekraftwerk Moorburg demonstriert. Weitere 50 Menschen hatten ein Transparent an der Kattwykbrücke befestigt: „Coal Kills“.

Der Plan, mit den kleinen Booten den Anleger für die Kohle-Schiffe zu blockieren, konnte nicht umgesetzt werden: Just an diesem Nachmittag kam keine Kohlelieferung.

Die Demonstranten sind trotzdem zufrieden mit der Aktion. Erhard Buschmann von „Gegenstrom“: „Es ist schlicht Wahnsinn, im 21. Jahrhundert noch Kraftwerke mit der Dinosauriertechnologie der Kohlverstromung in Betrieb gehen zu lassen.“

Demonstranten mit Plakat im Schlauchboot
Demonstranten mit Plakat im Schlauchboot

 Foto: Lamprecht

Die Kohlegegner prangern die großen Mengen Feinstaub, Schwermetalle und Stickoxide an, die die Kraftwerk-Schornsteine in den Hamburger Himmel schicken. Pro Jahr wird das hochmoderne Kraftwerk acht bis neun Millionen Tonnen CO2 ausstoßen. Zum Vergleich: Ganz Hamburg, inklusive Autoverkehr, Privathaushalte und Industrie erzeugt 18 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr.

Erhard Buschmann: „Insbesondere für die Menschen im Hamburger Südosten bedeutet Moorburg ein erhöhtes Risiko von Kreislauf-, Lungen- und Krebserkrankungen.“
Bisher ist nur ein Block im kommerziellen Betrieb, der zweite läuft noch zur Probe.

Kohlekraftwerk wie Moorburg sollen laut „Erneuerbare Energiengesetz“ nur eine Art „Back up“ sein und Strom erzeugen, wenn nicht genug Energie aus erneuerbaren Quellen ins Netz gespeist wird. Dass die CO2-Schleuder an der Elbe wirklich nur bei Wolken und Windstille angeworfen wird, bezweifeln die Gegner allerdings. Erhard Buschmann: „Das Gesetz erlaubt Energienkonzernen, ihre Kohlekraftwerke auch dann mit voller Kraft zu betreiben, wenn es genug Wind-und Solarstrom gibt. Den Strom, den sie dann erzeugen, können sie in andere Länder exportieren.“

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Hafenquerspange im Tunnel durch den Katenweg ?

 

 

 

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A 26 o durch den Katenweg?

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Wilhelmsburger Reichsstraße: BMW mit 130 Sachen geblitzt

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Schule in Hamburg-Wilhelmsburg: Jugendlicher sticht Schüler im Unterricht nieder

Tagesspiegel

http://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/schule-in-hamburg-wilhelmsburg-jugendlicher-sticht-schueler-im-unterricht-nieder/11634192.html

In einer Schule in Hamburg ist am Dienstagvormittag ein 17-Jähriger getötet worden. Nach Polizeiangaben war ein mittlerweile festgenommener Jugendlicher in den Unterricht gestürmt und hatte den Schüler gezielt niedergestochen.

Polizisten riegeln den Zugang zum Schulgelände in Hamburg-Wilhelmsburg ab.Bild vergrößern
Polizisten riegeln den Zugang zum Schulgelände in Hamburg-Wilhelmsburg ab. – Foto: dpa/Daniel Bockwoldt

Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) hat sich nach der tödlichen Messerstecherei in einer Schule im Stadtteil Wilhelmsburg erschüttert gezeigt. „Ein Schatten ist auf unsere Stadt gefallen“, sagte der Regierungschef am Dienstag. „Wir stehen erschüttert vor einer Gewalttat, die uns fassungslos macht“, betonte Scholz. „Unsere Gedanken sind bei den Angehörigen und Freunden des toten Jungen, den Mitschülern und bei allen, die an der hoch anerkannten Nelson-Mandela-Schule täglich für unsere Kinder arbeiten.“

Nach Polizeiangaben war ein inzwischen festgenommener Jugendlicher am Vormittag in den Unterricht gestürmt und hatte gezielt einen 17-Jährigen niedergestochen.

Der Schüler starb noch am Tatort an seinen schweren Verletzungen. (dpa)

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TTIP Verrückt, verrückter, Moorburg

Zeit

Wie viel eigenständige Politik ist noch möglich, wenn Unternehmen Staaten vor geheime Schiedsgerichte zerren dürfen? Oft nur wenig, wie ein Fall aus Deutschland zeigt.

von 

TTIP: Wirtschaft, TTIP, TTIP, Freihandelsabkommen, EU-Recht, Kohlekraftwerk, EU-Kommission, Bundesregierung, CDU, Grüne, Behörde, Gericht, Kraftwerk, Skandal, Kanada, Wahlkampf, Hamburg, Elbe, Singapur, Washington D.C.

Das Steinkohlekraftwerk in Hamburg-Moorburg in einer Aufnahme von 2011  |  © dpa

Moorburg ist ein ziemlich neues Kohlekraftwerk in Hamburg. Schon als es geplant wurde, gab es wegen seiner Umweltfolgen viele juristische Streitereien. Doch jetzt sorgt Moorburg nicht nur für einen weiteren Prozess. Die jüngste Entwicklung könnte zu einem Skandal werden, der Auswirkungen auf das geplante europäisch-amerikanische Handelsabkommen TTIP hat: Denn Moorburg zeigt exemplarisch die absurden und teuren Folgen der Investor-Staat-Schiedsverfahren, die im Rahmen von TTIP ausgebaut werden wollen. Und was passiert, wenn die mit europäischem Recht kollidieren.

Doch der Reihe nach: In der vergangenen Woche eröffnete die EU-Kommission ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland. Das passiert hin und wieder und deswegen war es vielen Zeitungen auch nur eine Meldung wert. Sie berichteten, dass Hamburg offensichtlich im Genehmigungsverfahren für Moorburg gegen EU-Recht verstoßen habe. So lautet zumindest der Vorwurf der Kommission. Was die dürre Pressemitteilung der Behörde jedoch verschweigt und was auch die zuständigen deutschen Behörden gern verdrängen, ist die brisante Vorgeschichte: Dass Hamburg gegen die EU-Richtlinie verstoßen hat, ist Folge eines sogenannten Investor-Staat-Schiedsverfahrens. Das wurde vor dem Washingtoner ICSID-Gericht geführt und zwar vom Energiekonzern Vattenfall gegen die Bundesrepublik. (Fallnummer: ARB/09/6)

Genau passiert ist damals Folgendes: Schon als Vattenfall sein Kraftwerk Moorburg in Hamburg plante, sorgte das für viel politischen Ärger. Die Grünen versprachen damals im Wahlkampf, dass sie, einmal an der Macht, für strenge Umweltauflagen sorgen würden. Als sie dann mit der CDU regierten, setzten sie ihr Versprechen auch um. Doch das Unternehmen war damit nicht einverstanden und klagte. Allerdings nicht vor einem deutschen Gericht, sondern vor dem privaten Schiedsgericht ICSID in Washington. Die Klage richtete sich gegen die Bundesrepublik, weil der Konzern seine Investitionen gefährdet sah. Vattenfall konnte das tun, weil die Europäische Energiecharta ausländischen Investoren dies ermöglicht. Sie müssen nicht vor nationale Gerichte ziehen.

Die Wirtschafts-Nato
Schon seit den neunziger Jahren wird über ein transatlantisches Freihandelsabkommen diskutiert. Es hatte schon viele Namen: Die Süddeutsche Zeitung nannte es Wirtschafts-Nato; die offiziellen Bezeichnungen sind Transatlantic Free Trade Agreement (TAFTA) oder – derzeit am gebräuchlichsten – Transatlantic Trade and Investment Partnership (TTIP). Konkrete Verhandlungen über den Vertrag gibt es seit 2013. Geplant ist eine Freihandelszone zwischen den USA und der Europäischen Union, der sich aber auch Kanada, Mexiko und weitere europäische Staaten anschließen könnten. Als Vorbild des geplanten Abkommens gilt das Multilaterale Investitionsabkommen MAI, das schon in den Neunzigern die Rechte von Investoren im Ausland stärken sollte. Es wurde damals von globalisierungskritischen Gruppen stark kritisiert. Wegen ihres Widerstands wurde das MAI nie beschlossen.
Pro: Wohlstand durch Handel
Die Befürworter des TTIP-Abkommens erhoffen sich vom freien Handel Wohlstandsgewinne. Dahinter steckt das zentrale Argument aller Wirtschaftsliberalen: Wenn Zoll- und andere Handelsschranken fallen, konzentriert sich jedes Land auf das Geschäft, das es am besten beherrscht. Weil jeder tut, was er am besten kann, können mehr Dinge günstiger und möglicherweise auch in besserer Qualität produziert werden als zuvor. Innovationen werden gefördert, weil sie sich auf größeren Märkten schneller rentieren. Am Ende profitieren alle: Die Verbraucher bekommen mehr Auswahl zu günstigeren Preisen. Die Unternehmen verkaufen mehr. Die Wirtschaft wächst, neue Arbeitsplätze entstehen. Modellrechnungen des ifo-Instituts zum Beispiel kommen zu dem Ergebnis, dass mit dem TTIP das reale Pro-Kopf-Einkommen in Deutschland langfristig um etwa fünf Prozent höher sein könnte als derzeit, und dass im Land zwischen 45.000 und 180.000 neue Jobs entstehen können.
Contra: Vertrag für Konzerne
Jede Handelsöffnung produziert Verlierer, die mit der neuen Konkurrenz aus dem Ausland nicht  mithalten können. In Kolumbien beispielsweise gingen im vergangenen Jahr die Bauern gegen das frisch abgeschlossene Freihandelsabkommen mit den USA auf die Straße, weil sie ihre wirtschaftliche Existenz bedroht sahen. Selbst wenn per Saldo neue Jobs geschaffen werden: Vermutlich wird es auch in Europa Branchen geben, die durch die Liberalisierung in Schwierigkeiten geraten. Die Kritik am TTIP geht aber noch viel weiter: Bis vor Kurzem hielt die EU-Kommission ihre Verhandlungsposition geheim, und es ist umstritten, ob die nationalen Parlamente der Mitgliedsstaaten dem Abkommen am Ende zustimmen müssen. Wie demokratisch kann ein solches Verfahren sein? Zudem räumt das Abkommen Konzernen, die im Ausland investieren, weitreichende Sonderrechte ein. Sehen sie ihre Geschäftsinteressen beeinträchtigt, können sie vor Schiedsgerichten klagen, die ihre Entscheidungen nicht öffentlich fällen und keiner demokratischen Kontrolle unterworfen sind. Dahinter steckt ein riesiges Geschäft.

Wie genau der Vergleich in Washington aussieht, ist bis heute geheim. Sicher ist nur: Es kam zu einem Vergleich. Und der sorgte für veränderte Umweltauflagen. Vattenfall bekam eine neue „wasserrechtliche Erlaubnis unter Anordnung des Sofortvollzugs“. Und genau deswegen ist jetzt wiederum die EU–Kommission aktiv geworden. Sie sorgt sich, dass durch die Kühlmethoden des Kraftwerks die Fischbestände in der Elbe geschädigt werden. Und sie wirft dem Hamburger Senat vor, dass er bei der neuen Genehmigung das Umweltrecht nicht richtig geprüft und damit gegen europäisches Recht verstoßen hat.

Man sollte den Vorgang nochmal auf das Wesentliche reduziert genießen: Eine Hamburger Behörde verändert auf Druck der Bundesregierung die Umweltauflagen für einen schwedischen Konzern. Weil dieser Deutschland vor einem privaten Washingtoner Schiedsgericht verklagt hat. Und nun wird sie deswegen wiederum von der EU-Kommission verklagt. Mit der Folge, das entweder die Auflagen wieder zurückverändert werden – was wegen des Vergleiches kaum geht. Oder es drohen Strafzahlungen der EU. Das allein ist schon irre genug.

Noch verrückter wird der Vorfall jedoch durch eine andere Gleichzeitigkeit: Die EU-Kommission, die gerade das Verfahren gegen Deutschland begonnen hat, will die Investor-Staat-Schiedsverfahren international weiter etablieren. In einem bilateralen Handelsabkommen mit Singapur hat sie auf deren Einrichtung gedrängt, auch bei dem mit Kanada (Ceta) ist bilateraler Investitionsschutz vorgesehen. Beide Verträge sind verhandelt, aber noch nicht in Kraft. Und auch im europäisch-amerikanischen Abkommen TTIP will die Kommission die Schiedsverfahren verankern.

Schon in der Vergangenheit haben Anwälte durch Fälle wie Moorburg Geld verdient. In Zukunft dürfte ihnen das dann noch leichter fallen.

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Kohlekraftwerk Moorburg darf jährlich 1,12 Tonnen Quecksilber in Hamburgs Luft pusten

Hamburg sofort

http://www.hamburgsofort.de/politik/item/9684-kohlekraftwerk-moorburg-darf-jaehrlich-112-tonnen-quecksilber-in-hamburgs-luft-pusten

Montag, 01.12.2014  Autor: Linksfraktion

Für das Kraftwerk Moorburg wurden jährlich 1,12 Tonnen Quecksilberemission bei Volllast beider Blöcke genehmigt. Damit übertrifft Hamburgs neueste Dreckschleuder das Kraftwerk Tiefstack deutlich: Auch wenn die Emissionen gegenüber den letzten drei Jahren deutlich gestiegen sind, hat Tiefstack im zurückliegenden Jahr nur 30 Kilogramm Quecksilber ausgestoßen.

Kohlekraftwerk Moorburg

Kohlekraftwerk Moorburg

Das geht aus einer Schriftlichen Kleinen Anfrage (Drs. 20/13666) der umweltpolitische Sprecherin und Fraktionsvorsitzenden Dora Heyenn hervor. Heyenn fordert eine deutliche Verschärfung der Grenzwerte. Das in unmittelbarer Nähe von Hamburg gelegene Kohlekraftwerk Wedel fügte den Emissionen der beiden Hamburgischen Kraftwerke laut Vattenfall im Jahr 2012 noch 83 Kilogramm Quecksilber hinzu.

Dazu erklärt Dora Heyenn: „Dass das Kohlekraftwerk Moorburg mit jährlich 1,12 Tonnen Quecksilber Hamburgs Luft verpesten darf ist alarmierend. Kohlekraftwerke sind nicht nur klimaschädlich, sondern auch ein erhebliches Gesundheitsrisiko. Mit Inbetriebnahme beider Blöcke ist eine erhebliche Zunahme der Schadstoffbelastungen ab Mitte 2015 zu erwarten. Insbesondere die BewohnerInnen der Stadtteile Wilhelmsburg und Harburg werden damit gesundheitlichen Risiken ausgesetzt. Der aktuell geltende Tagesdurchschnitt von 30 Mikrogramm Quecksilber pro Kubikmeter Abgas ist viel zu hoch. Würden in Hamburg die amerikanischen Grenzwerte gelten, dürfte das Kraftwerk Moorburg nicht in Betrieb gehen und das Heizkraftwerk Tiefstack müsste nachgerüstet oder sogar abgeschaltet werden.“

Längst ist es technisch möglich, die Umweltbelastungen erheblich zu reduzieren. Die USA werden ab 2016 die Quecksilber-Grenzwerte für Kohlekraftwerke auf 1,4 Mikrogramm im Monatsmittel per Kubikmeter senken, weil Quecksilber nicht nur das Nervensystem schädigt, sondern auch weitere gesundheitliche Schäden wie u.a. Herz-Kreislauferkrankungen, Nieren- und Leberschäden sowie Schäden am Immunsystem verursachen kann. Bei Einführung der EU-Richtlinie für Industrieemissionen 2012 hat DIE LINKE im Bundestag die hohen Grenzwerte kritisiert. DIE LINKE fordert eine Absenkung der Quecksilber-Emissionen im Rahmen einer Ertüchtigung der Abluftreinigungsverfahren.

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Aufs falsche Gleis gelenkt: Bahn verfährt sich zwischen Düsseldorf und Duisburg

06.10.2014, 14:27 Uhr | tom, t-online.de

Wie erst jetzt bekannt wurde, hat sich am vergangenen Donnerstag ein Regionalexpress der Deutschen Bahn zwischen Düsseldorf und Duisburg verfahren. Dem Internetportal „Der Westen“ erzählte ein Fahrgast von der kuriosen Irrfahrt.
Weil ein Bahn-Mitarbeiter den RE6 falsch leitete, fuhr der Zug nicht wie vorgesehen über den Düsseldorfer Flughafen, sondern über Flingern Richtung Duisburger Hauptbahnhof. „Aus den Lautsprechern kam dann eine ratlose Stimme: ‚Man hat uns auf ein falsches Gleis geführt'“, schildert der Fahrgast dem „Westen“

„So einen Zug kann man nicht so einfach zurücksetzen“, weiß er nach seiner unfreiwilligen Irrfahrt. Also ging es weiter über die Güterzugstrecke durch Ratingen-Lintorf nach Duisburg. „Natürlich mussten wir an jeder Weiche halten, weil wir nicht angemeldet waren und der Güterverkehr Vorrang hatte.“ Schnell sammelte der Zug so 35 Minuten Verspätung an.

Die Deutsche Bahn zeigte sich zerknirscht ob der Irrfahrt „Wir entschuldigen uns für die Fehlleitung“, sagte Bahnsprecher Florian Kreibe dem „Westen“. Grund sei ein Irrtum eines Mitarbeiters im Düsseldorfer Stellwerk gewesen.

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