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„Verkehrsprognosemodell“

 

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Hamburg plant den Verkehr neu

Julia Witte genannt Vedder

Der Name „Verkehrsprognosemodell“ klingt sperrig – und dass das von der Stadt im Juni beauftragte Ingenieurbüro zwei Jahre Zeit für seine Berechnungen brauchen wird, zeigt, wie komplex das Vorhaben ist, das der Senat angestoßen hat: Die Stadt will nicht weniger als den Verkehr der Zukunft planen.

Dazu will die Verkehrsbehörde erstmals ganz detailliert und übergreifend wissen, wie sich die Verkehrsströme in 15 Jahren darstellen werden. Dazu wird die Stadt in rund 940 einzelne Verkehrsgebiete eingeteilt, in denen alle Informationen erfasst werden, die den Verkehr in Hamburg ausmachen, wie Zahl und Lage der Straßen oder Bus- und Schnellbahnhaltestellen. Der Senat hat für das Projekt die Ingenieurgruppe IVV ausgesucht, ein Beratungsunternehmen, das sich auf die Verkehrsentwicklung spezialisiert hat und eng mit dem Institut für Stadtbauwesen der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen zusammen arbeitet.

Die Ingenieurgruppe soll unter anderem Prognosen dazu entwickeln, wie viele Fahrzeuge im Jahr 2030 auf Hamburgs Straßen unterwegs sein werden, wie sich der Verkehr auf Autos und Lastwagen aufteilt und aus welchen Gründen die Fahrzeuge unterwegs sind. Ob es sich zum Beispiel bei Autofahrten vorwiegend um beruflich bedingten Verkehr handeln oder inwieweit sich der Lkw-Verkehr in der Stadt mittelbar auf den Hafen zurückführen lassen wird.

Verkehrsmodell soll im Sommer 2017 vorliegen

horch

Mehr als 15 Seiten umfasst die Aufgabenbeschreibung an die IVV, die im Transparenzportal der Stadt veröffentlicht ist. Das Verkehrsmodell soll im Sommer 2017 vorliegen und wird in der Entwicklung rund eine Million Euro kosten. Dafür erwartet die Stadt auch, dass es die Nutzung des Bus- U- und S-Bahnverkehrs abbilden kann und sich auch Daten zur Fahrradnutzung einspeisen lassen. Am Ende soll somit ein interaktives Instrument zur Verfügung stehen, das es der Stadt möglich macht, die Auswirkungen einzelner Planungen besser – oder wie die Opposition glaubt, erstmals vernünftig – abschätzen zu können.

So könnte das Modell später Prognosen möglich machen, wie sich der Verkehr auf Straßen verändert, wenn dort ein bestimmter Parameter wie die Höchstgeschwindigkeit oder die Zahl der Spuren verändert wird. „Wir werden Maßnahmen, Baustellen und andere Infrastrukturprojekte anders planen können“, sagt Verkehrssenator Frank Horch der „Welt“. Das Modell mache es möglich, die Auswirkungen einzelner Entscheidungen besser einschätzen zu können. So solle das Modell nicht nur bei kleinräumigen Projekten zum Einsatz kommen, sondern auch für gesamtstädtischen Pläne wie etwa den Luftreinhalteplan, den Lärmaktionsplan und die Verkehrsentwicklungsplanung benutzt werden. „Das Ganze wird für uns und die Planungen in der Stadt einen ungeheuren Mehrwert haben“, glaubt Horch.

Schon kurz nach dem Regierungswechsel im Jahr 2011 hatte der damals noch rein SPD-geführte Senat angekündigt, den Verkehr in der Stadt künftig anhand eines Prognosemodells zu planen. Mehr als zwei Jahre passierte dann allerdings nichts. Auch die Zeit von der Ausschreibungsvorbereitung bis zur Auftragsvergabe dauerte mit gut zwei Jahren deutlich länger als nötig gewesen wäre.

„Wir brauchen das Verkehrsmodell dringend“

Für Wieland Schinnenburg, den verkehrspolitischen Sprecher der FDP in der Bürgerschaft, ist dieser Zeitverzug deutlich mehr als nur ein Ärgernis. „So ein Vorgehen im Schneckentempo kann man nur als Schlamperei bezeichnen“, kritisiert er. Denn obwohl der Senat ohne das Prognosemodell weitestgehend im Dunkeln tappe, verplane er Geld in signifikanter Höhe für Straßenbaumaßnahmen. „Der Senat hat bis heute zum Beispiel mehr als 60 Millionen Euro für die Busbeschleunigung ausgegeben, Bäume gefällt und Parkplätze beseitigt“, so Schinnenburg. Dabei habe die Verkehrsbehörde „keinen Schimmer“, ob diese Maßnahmen überhaupt in ein Verkehrsmodell für ganz Hamburg passten.

Deshalb fordert er, dass die Verkehrsbehörde ihren Einfluss auf die Ingenieure geltend machen sollte. „Wir brauchen das Verkehrsmodell dringend. Der Senat sollte sich bemühen, dass es früher als bisher geplant vorliegt.“ Zudem fordere er den Senat auf, „bis zur Vorlage des Verkehrsmodells keine neuen Fakten zu schaffen.“ Auch das Busbeschleunigungsprogramm sollte gestoppt werden, so Schinnenburg. Denn erst mit dem neuen Verkehrsprognosemodell ließe sich sicher ermitteln, welche Buslinien künftig besonders nachgefragt würden. Zwei Jahre Stillstand im Straßenbau würde und dürfe das Warten auf das Prognosemodell im Umkehrschluss aber nicht bedeuten, betont Schinnenburg.

Und das würde es wohl auch nicht. Denn viele Maßnahmen, die momentan in der Stadt für Baustellen und Verkehrsbehinderungen sorgen, sind weniger auf neue Entscheidungen als auf Versäumnisse bei der Straßensanierung vergangener Jahrzehnte zurückzuführen. Ein Beispiel ist die Großbaustelle zur Sanierung von Ferdinandstor, Lombardsbrücke und Wallringtunnel. Die komplette Sperrung des Bereichs soll am kommenden Wochenende enden. Bis Sonnabendabend ist die Vollsperrung angesetzt. Bevor diese allerdings aufgehoben wird, wird sie heute noch mal ausgeweitet. Dann wird auch die Zufahrt über die Kennedy-Brücke und die Straße an der Alster gesperrt.

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Noch mehr Fotos

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Sie kommen, die Radfahrer (Foto K.M.)

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Foto K.M

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Fahrradsternfahrt

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Fahrradverkehr in Hamburg  

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http://www.nahverkehrhamburg.de/fahrrad/item/1457-zahl-der-radfahrer-in-drei-jahren-um-50-prozent-gestiegen

Zahl der Radfahrer in drei Jahren um 50 Prozent gestiegen

Zahl der Radfahrer in drei Jahren um 50 Prozent gestiegen Foto: Christian Hinkelmann

Die Zahl der Radfahrer in Hamburg ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Im vergangenen Jahr wurden an den 38 „Fahrradpegel“-Messstationen im Stadtgebiet durchschnittlich 52.200 Fahrradfahrer pro Tag gezählt. Im Jahr 2011 waren es noch 35.500. Das entspricht einem Plus von fast 50 Prozent in nur drei Jahren.  Das geht aus einer Senatsantwort auf eine große Anfrage der CDU-Bürgerschaftsfraktion hervor.

Der rot-grüne Senat will Hamburg in den nächsten Jahren zur „Fahrradstadt“ ausbauen und den Anteil der Radfahrer am Gesamtverkehr deutlich erhöhen. Im Jahr 2008 lag dieser Anteil laut der bundesweiten Studie „Mobilität in Deutschland“ bei 12,2 Prozent.
Im kommenden Jahr sollen im Rahmen dieser Studie neue Zahlen erhoben werden. Mit den Ergebnissen ist laut Hamburger Senat erst 2017 zu rechnen.

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„Pegelstand“: Geht es abwärts auf der Insel?

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http://www.wilhelmsburgonline.de/2015/01/pegelstand-geht-es-abwaerts-auf-der-insel/

16. Januar 2015

Pegelstand-Oberbaudirektor

Pegelstand-Oberbaudirektor

Das war nicht leicht zu schlucken für Oberbaudirektor Jörn Walter: Wilhelmsburg als Stadtteil zweiter Klasse? Verschimmelnde Neubauten und immer mehr Lärm und Abgase? Dieses Bild präsentierte ihm der Verein Zukunft Elbinsel bei der „Pegelstand“-Debatte am Mittwochabend im Bürgerhaus. Unter dem Titel „Was nun, Herr Oberbaudirektor Walter?“ forderten die langjährigen Aktivisten ihn heraus zum Schlagabtausch über die Entwicklung Wilhelmsburgs. Jörn Walter besänftigte, erklärte, relativierte und räumte ein: „Wir sind noch lange nicht am Ende.“ Wer jedoch immer lauter protestiere, obwohl Wilhelmsburg bei der Stadtplanung schon seit Jahren bevorzugt werde, tue dem Stadtteil keinen Gefallen.

Nach Internationaler Bauausstellung, Gartenschau und „Sprung über die Elbe“ geht es wieder bergab in Wilhelmsburg – das jedenfalls befürchten die Kritiker aus dem Verein Zukunft Elbinsel. Hinweise auf einen Niedergang der Insel fanden sie einige: Die Stadt baue viel zu wenig Sozialwohnungen. Die Industrie bekomme wieder Vorrang vor den Menschen im Stadtteil. Selbst im Prestigequartier „Neue Mitte“ schimmelten die IBA-Wohnungen vor sich hin und sinke die Lebensqualität – nicht zuletzt wegen der Verkehrsplanung, bei der Hamburg wiederum den Lkw Vorfahrt lasse, während die dringend nötige U-Bahn nach Wilhelmsburg wohl nie ankommen werde. Oberbaudirektor Jörn Walter sah sich mit einem desolaten Wilhelmsburg-Bild konfrontiert.
Verkehrslärm im IBA-Quartier – Investor befürchtet Ärger mit Anlegern Den Rest des Eintrags lesen. »

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Keine U- und S-Bahn-Verlängerung für Olympia in Hamburg

http://www.nahverkehrhamburg.de/hvv/item/1230-keine-u-und-s-bahn-verlaengerung-fuer-olympia-in-hamburg

U4

 

Montag, 01.09.2014

Für mögliche Olympische Spiele im Hamburger Hafen soll das Schienennetz von U- und S-Bahn in Hamburg nicht verlängert werden – auch nicht die Hafencitylinie U4. Das geht aus dem Konzept für eine Olympiabewerbung hervor, das Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) heute vorgestellt hat. Demnach setzt der Senat voll auf das Fahrrad.
Die Schienennetze von U- und S-Bahn sollen für mögliche Olympische Spiele 2024 oder 2028 in Hamburg voraussichtlich nicht ausgebaut werden.

Das geht aus dem 46-seitigen Olympia-Konzept der Hansestadt hervor, das Bürgermeister Olaf Scholz und Sportsenator Michael Neumann heute präsentiert haben.

Demnach sollen die Spielstätten allein über bereits bestehende oder in Planung befindliche Schnellbahnstationen, sowie Busshuttles, mit dem Fahrrad und zu Fuß angebunden werden. Autoverkehr ist im Olympiazentrum auf dem Kleinen Grasbrook südlich der Hafencity gar nicht vorgesehen.

NaverkehrHAMBURG erklärt die wichtigsten Fakten zum Olympia-Verkehrskonzept:

Fahrrad und Fußgänger:
Der Hamburger Senat setzt bei den Olympischen Spielen im Hafen voll auf Radfahrer und Fußgänger. Das StadtRad-System soll von derzeit 1.650 Leihrädern auf bis zu 10.000 Räder erweitert werden – darunter auch Elektrofahrräder. Außerdem soll jeder Olympia-Teilnehmer ein kostenloses Rad gestellt bekommen.
Auf den zentralen Olympia-Routen in der Stadt sollen spezielle Fahrradspuren – so genannte „Olympic Bike Lanes“ – eingerichtet werden. Dafür könnten laut dem Senatskonzept „die zahlreichen Busspuren mit genutzt werden“. Für Besucher von außerhalb sollen die bestehenden Bike-and-Ride-Anlagen an den Schnellbahnstationen ausgebaut werden.
Für Fußgänger soll eine neue Brücke über den Baakenhafen zum Kleinen Grasbrook gebaut werden, die eine direkte Fuß- und Radwegverbindung von der Hafencity Universität zum Olympiazentrum möglich macht.

U-Bahn, S-Bahn, Bus:
Ein Ausbau des bestehenden U- und S-Bahnsystems ist laut dem Senatskonzept nicht geplant. Die Erreichbarkeit des Olympiazentrums auf dem Kleinen Grasbrook wird demnach durch die bereits bestehende U4-Station „Hafencity Universität“ (800 m Fußweg) und die in Planung befindlichen U- und S-Bahnhöfe an den Elbbrücken sichergestellt. Außerdem erwägt der Senat einen Busshuttle zwischen dem Umsteigebahnhof „Berliner Tor“ und dem Olympiazentrum.
Zu den Volkspark-Arenen, in dem ebenfalls olympische Wettkämpfe stattfinden sollen, ist ein Busshuttle von den S-Bahnhöfen Stellingen und Othmarschen geplant. Alle Veranstaltungsorte wären auf diese Weise zu Fuß oder mit einem leistungsfähigen Shuttle an das Schnellbahnnetz erreichbar, heißt es in dem Konzept.

Regional- und Fernverkehr:
Besucher aus Richtung Süden sollen laut Olympia-Konzept möglichst in Hamburg-Harburg in die S-Bahn umsteigen und von dort über die Station Veddel zum Olympiagelände gelangen. Fahrgäste aus Richtung Berlin können in Bergedorf in die S-Bahn umsteigen, bis Berliner Tor fahren und dort per Busshuttle zum Olympiazentrum reisen.
Für Sonderzüge könnte der direkt am Olympiagelände gelegene Hafenbahnhof mit provisorischen Bahnsteigen ausgerüstet werden.

Auto:
Das Olympiazentrum auf dem Kleinen Grasbrook soll komplett autofrei sein. Autofahrer von außerhalb sollen an den Autobahnen auf Großparkplätze geleitet und von dort mit Shuttlebussen zum Ziel gebracht werden. Außerdem sollen zusätzlich auch die vorhandenen P+R-Anlagen genutzt werden.

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Fahrradtouren müssen im Norden künftig angemeldet werden

HA

 

http://mobil.abendblatt.de/region/schleswig-holstein/article131524700

 

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In Schleswig-Holstein müssen Radtouren zukünftig beim Straßenverkehrsamt angemeldet werden picture-alliance/ dpa/dpa

STRASSENVERKEHRSAMT
Fahrradtouren müssen im Norden künftig angemeldet werden

In Schleswig-Holstein müssen Radtouren, egal ob kleine oder große, auf Straßen ohne Radwegen beim Straßenverkehrsamt angemeldet werden. Damit wären auch kleine Familien-Radtouren anmeldepflichtig.
Kiel. Fahrradtouren auf Bundes- und Landesstraßen ohne Radweg müssen in Schleswig-Holstein vorab beim zuständigen Straßenverkehrsamt angemeldet werden. Dies geht aus der Antwort von Verkehrs-Staatssekretär Frank Nägele auf eine Anfrage des Piratenabgeordneten Patrick Breyer hervor. Zur Begründung heißt es, unabhängig von der Teilnehmerzahl könnten „erhebliche Verkehrsbeeinträchtigungen“ nicht grundsätzlich von vornherein ausgeschlossen werden. Damit sind auch Radtouren im Familienkreis anmeldepflichtig.

Nach der Antwort des Staatssekretärs entscheiden die Straßenverkehrsbehörden im Einzelfall, „ob eine Erlaubnis (tatsächlich) erforderlich ist und wenn ja – ob die erforderliche Erlaubnis – gegebenenfalls unter Auflagen – erteilt werden kann“.

„Verkehrsminister Reinhard Meyer (SPD) legt die Gesetzesregelung absolut realitätsfern aus“, sagte Breyer. Er forderte Meyer auf, dem Beispiels Hessens zu folgen und per Erlass landesweit zu regeln, dass Genehmigungen grundsätzlich nur für Radrennen mit Fahren auf Zeit oder dem sogenannten Pulkstart einzuholen sind. „In der Sitzung des Wirtschaftsausschusses am Mittwoch dazu werde ich diese Forderung dem Minister persönlich und nachdrücklich vortragen.“

Ein Ministeriumssprecher betonte auf Anfrage, für das Tourismusland Schleswig-Holstein habe speziell der Fahrradtourismus große Bedeutung. „Unnötige Restriktionen für den Fahrradtourismus lehnen wir deshalb ab.“ Die Behörden hätten die Bestimmungen der Straßen-Verkehrsordnung „mit Augenmaß und unter Ausschöpfung möglicher Ermessensspielräume anzuwenden, ohne dabei die Verkehrssicherheit außer Acht zu lassen oder zu beeinträchtigen“.

Der Steinburger Piraten-Kreistagsabgeordnete Siegfried Hansen kritisierte, die Darstellung des Ministeriums bedeute faktisch das Aus ehrenamtlich geführter Fahrradtouren. „Es ist keinem Ehrenamtler zuzumuten, sich jedes Mal vorab genau zu informieren, ob die geplante Tour über Landes- oder Bundesstraßen führt und falls ja, ob es dort Radwege gibt oder nicht.“

Nach Angaben des Allgemeinen Deutschen Fahrrad- Clubs (ADFC) haben einige Straßenverkehrsbehörden in Schleswig-Holstein dem Verband versichert, dass keine Anträge auf Erlaubnis erforderlich sind. Im Sinne der Rechtssicherheit sei im Zweifelsfall aber eine Nachfrage angezeigt, der Einfachheit halber per E-Mail mit Bitte um Antwort, rät der Verband auf seiner Internetseite.

23.08.2014 | 14:03 Uhr

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Aus der Presse I: Fahrrad in Europa

 

Mopo Fahrrad

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Große Mehrheit der Hamburger ist gegen Busbeschleunigung

14.06.14, 08:14  Verkehr in Hamburg

Eine große Abendblatt-Umfrage ergibt: 77,6 Prozent der Hamburger sind gegen das Busbeschleunigungsprogramm des Senats. Gefordert wird stattdessen ein Ausbau der U-Bahn- und Radwege-Netze.
Von Matthias Iken und Philipp Averhoff

http://www.abendblatt.de/hamburg/article129068117/Grosse-Mehrheit-der-Hamburger-ist-gegen-Busbeschleunigung.html

Demo gegen Busbeschleunigung

Demo gegen Busbeschleunigung

Hamburg. Das Busbeschleunigungsprogramm des Senats fällt bei den Hamburgern durch: In der großen Abendblatt-Umfrage unter Lesern der Zeitung und Nutzern der Internetseite abendblatt.de sprachen sich insgesamt 77,6 Prozent dagegen aus, nur 22,4 Prozent halten das 259-Millionen-Euro-Programm für zügigere Busverbindungen für sinnvoll. Insgesamt nahmen rund 4500 Hamburger an der Befragung teil. Zugleich plädiert eine überraschend große Mehrheit von 71,9 Prozent der Hamburger für massive Investitionen in Hamburgs Radwegenetz.

Auch andere kontroverse Fragen der Verkehrspolitik wurden in der Fragebogenaktion relativ klar beantwortet: 42,9 Prozent befürworten den Bau einer Stadtbahn, 57,1 Prozent lehnen hingegen diese Form der Straßenbahn ab. Während Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) einer Stadtbahn aus Kostengründen im Wahlkampf 2011 eine Absage erteilt hat, plädieren CDU, Grüne und Linkspartei inzwischen für den Bau. Scholz hat vor Kurzem angekündigt, im nächsten Jahrzehnt eher mit weiteren U-Bahnen zu planen. Hier weiß er nun eine Dreiviertelmehrheit der Hamburger hinter sich – 75,1 Prozent sind der Meinung, die Stadt benötige zusätzliche U-Bahn-Strecken.

Deutlich zurückhaltender bewerten die Hamburger den Straßenbau. 63,2 Prozent plädieren gegen den Ausbau der Autobahnen auf Hamburger Gebiet, nur 36,8 Prozent wollen beispielsweise einen geschlossenen Autobahnring um die Stadt. Auch die jetzt begonnene Überdeckelung der A 7 stößt auf ein geteiltes Echo. Die damit einhergehenden Verkehrsbehinderungen spiegeln sich offenbar schon in den Zahlen. Nur 43,7 Prozent sind der Meinung, die geplanten drei Lärmschutzdeckel an der Autobahn 7 seien nötig.

Eine überwältigende Mehrheit lehnt eine Sondersteuer für die Investitionen in die Infrastruktur ab, die Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig ins Gespräch gebracht hatte. Nur 14,5 Prozent unterstützen den Vorstoß des SPD-Politikers.

Eine Mehrheit der Hamburger spricht sich für die Elbvertiefung aus – hierbei kam es aber zu Auffälligkeiten. Fast 75 Prozent der Leser, die den Fragebogen auf Papier ausgefüllt haben, fordern eine Fahrrinnenanpassung – auch online lag die Zustimmung zunächst bei rund 72 Prozent. Im weiteren Verlauf stieg die Wahlbeteiligung überdurchschnittlich an, so dass der Vorsprung der Befürworter am Ende auf 55 zu 45 Prozent schmolz. Bei Online-Umfragen kommt es immer wieder zu Einflussnahmen interessierter Kreise – so wird in sozialen Foren dazu aufgerufen, für die eine oder andere Position zu stimmen. Entsprechend vorsichtig sollte man deshalb auch bei der Mehrheit für eine City-Maut sein, für die sich 56,5 Prozent der 6600 Teilnehmer aussprachen: Auf den Fragebögen lehnten 71,4 Prozent die Gebühr ab. Abgesehen von den Fragen zur Elbvertiefung und zur City-Maut stimmten rund 4500 Hamburger ab, eine Zahl, die repräsentative Ergebnisse ermöglicht. Frühere Umfragen des Abendblatts und auf abendblatt.de bildeten das spätere Abstimmungsverhalten (etwa beim Netzerückkauf) statistisch treffend ab.

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Schlechte Luft – Teil 2

 

Luftmessstation

Messwerte vom 03.03.14

Messwerte vom 03.03.14

 

 

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